Warteraum am IC-Bahnhof: Bis Jahresende stellt Bahn Pavillons auf

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Warteraum am IC-Bahnhof: Bis Jahresende stellt Bahn Pavillons auf

Kassel. Im Bahnhof Wilhelmshöhe soll bis zum Jahresende ein neuer Warteraum entstehen. Ein genauer Termin für den Beginn der Aufbauarbeiten steht allerdings elf Tage vor Beginn der Weihnachtsfeiertage noch nicht fest.

Damit dürfte wohl klar sein, dass die Weihnachtsreisenden nicht mehr in den Genuss eines warmen Warteplatzes kommen, sollte ihr Zug Verspätung haben. Im Wilhelmshöher IC-Bahnhof gibt es seit über fünf Jahren keinen beheizbaren Warteraum für die Reisenden mehr. 2008 war der alte Warteraum abgeschafft worden, weil dort eine McDonald’s-Filiale einzog.

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Seitdem müssen die Reisenden mit den Bänken im zugigen Bahnhofsgebäude vorliebnehmen. Der neue Warteraum wird sich bei der Wendeltreppe im hinteren Bereich des Bahnhofs befinden. Dort sollen zwei jeweils 20 Quadratmeter große Pavillons aus Glas aufgebaut werden, sagt Bahnhofsmanager Gerd Tucholka von der Deutschen Bahn (DB). Die Kosten beziffert der Bahnhofsmitarbeiter mit 60 000 Euro.

In den Pavillons sei Platz für insgesamt zwölf Personen. Er gehe davon aus, dass das den Bedarf decke. „Viele gehen ja auch in ein Café.“ Der Ein- und Ausgang durch die Türen zum Bahnhofsvorplatz mit der Tram- und Bushaltestelle sei nach dem Aufbau der Pavillons weiterhin möglich. Die von der DB beauftragte Firma habe zugesagt, bis 31. Dezember fertig zu sein, versichert Tucholka.

Dass es bis dahin nur noch zweieinhalb Wochen sind, wolle nichts heißen: Der Aufbau der Pavillons sei unkompliziert und zügig zu erledigen. Die Konstruktion sei mit einem Wintergarten zu vergleichen. Mit dem neuen Wartebereich sei der Bahnhof „tipptopp in Ordnung“, freut sich der Bahnhofsmanager, der erst dieses Jahr nach Kassel gekommen ist. Er habe vor, sich mit Wilhelmshöhe nächstes Jahr um die Auszeichnung „Bahnhof des Jahres 2014“ zu bewerben. Wegen der mangelhaften Wartequalität sei das bisher nicht möglich gewesen.

Der Fahrgastverband Pro Bahn hatte seit 2008 immer wieder bemängelt, dass es keinen Aufenthaltsraum mehr im IC-Bahnhof gibt. Lange hatte die Deutsche Bahn den Bau eines neuen Wartebereichs aber abgelehnt. Begründung: Die Umstiegszeiten in Kassel seien so kurz, dass ein Wartesaal unnötig sei. Und wenn dennoch ein Fahrgast warten müsse, könne er die Restaurants und Cafés im Bahnhof aufsuchen.

Dass es kaum Wartezeiten in Wilhelmshöhe gibt, lässt sich widerlegen: Gemäß einer statistischen Auswertung der Kasseler Softwarefirma Eoda für die HNA fuhren etwa im Februar dieses Jahres fast 30 Prozent aller Züge mindestens fünf Minuten verspätet in den IC-Bahnhof ein.

Von Katja Rudolph

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