Jahreszeiten entstehen durch Neigung der Erdachse - nicht durch den Abstand zur Sonne

Warum ist der Winter kalt ?

Kassel. Die Erde läuft nicht auf einer Kreisbahn, sondern auf einer elliptischen Bahn um die Sonne. Dabei steht sie der Sonne am 4. Januar 2014 über 2,5 Millionen Kilometer näher als im Mittel. Und trotzdem haben wir auf der Nordhalbkugel Winter – woran liegt das?

Die Entstehung der Jahreszeiten hat nichts mit dem wechselnden Abstand der Erde zur Sonne zu tun, sondern mit der Schrägstellung der Erdachse, sie ist um 23,5 Grad gegen die Senkrechte zur Bahn geneigt. In unserem Winter zeigt der Nordpol der Erde von der Sonne weg. Dort ist Polarnacht, und bei uns kommt die Sonne in ihrem Tagesbogen nur wenig über den Horizont.

In den vergangenen Wochen haben sich Auf- und Untergangspunkte der Sonne immer mehr Richtung Süden verschoben. Dadurch werden der Tagesbogen der Sonne, und damit auch die Tage selbst, kürzer. Auch die Mittagshöhe der Sonne wird dadurch niedriger, sie erreicht gerade mal 17 Grad Höhe über dem Horizont.

Sowohl die kürzere Tagesdauer als auch die geringe Sonnenhöhe sorgen dafür, dass sich der Erdboden im Winter kaum erwärmt. Und somit bleibt auch die Luft über dem Erdboden so kalt. Am Tag der Wintersonnenwende (21.12.) kehrt sich der Trend wieder um: Unmerklich, dann immer schneller, werden die Tage länger. Das ist nicht überall auf der Erde so: Auf der Südhalbkugel werden die Tage jetzt noch etwas länger und für Orte auf dem Erdäquator ändert sich nichts. Dort steht die Sonne jeden Tag im Jahr für zwölf Stunden über dem Horizont. An zwei Tagen im Jahr gilt das auch für uns in Kassel: Am 23.9., wenn Herbstanfang ist, und am 21.3. beim Frühlingsanfang geht die Sonne genau im Osten auf und nach zwölf Stunden genau im Westen unter.

Damit ein Planet Jahreszeiten hat, muss seine Drehachse schräg auf der Bahn um die Sonne stehen und sie muss das ganze Jahr über auf einen Punkt am Himmel zeigen. Die Achse der Erde zeigt auf den Polarstern. Dieser Stern befindet sich im Sternbild „Kleiner Wagen“ am Ende der Deichsel und er steht fast genau über dem Nordpol der Erde. Deswegen scheinen sich im Laufe der Nacht alle Sterne um den Polarstern zu drehen.

Nicht alle Menschen mögen die Zeit der Dunkelheit im Winter. Da die Erde im Januar der Sonne am nächsten steht, läuft sie im Winter besonders schnell um die Sonne. Deswegen ist das Winterhalbjahr bei uns kürzer als das Sommerhalbjahr. Sie können es nachzählen: 179 Tage dauert für uns das Winterhalbjahr und 186 Tage das Sommerhalbjahr.

Von Klaus-Peter Haupt

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