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Was der November mit Trauer zu tun hat

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An Allerheiligen gedenken die Katholiken der Verstorbenen.
An Allerheiligen gedenken die Katholiken der Verstorbenen. © Julia Steinbrecht / KNA

Der November gilt gemeinhin als der Monat für Tod und Trauer. Warum eigentlich? Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) beantwortet die wichtigsten Fragen:

Was bedeutet der Name November?

Der Name hat nichts mit Tod und Trauer zu tun. November kommt vom lateinischen novem für neun. Weil bei den Römern lange Zeit der März der erste Monat war, war der November der neunte. Alte deutsche Namen waren Windmond, Wintermonat oder Nebelung, was auf die oft widrigen Wetterverhältnisse hindeutet.

Was hat der Monat mit Tod und Trauer zu tun?

Im November häufen sich die Feiertage, an denen der Toten gedacht wird. Manches deutet darauf hin, dass dies nicht zufällig so gewählt wurde: Das Leben erstirbt scheinbar in der Natur, die Tage werden kürzer und dunkler.

Welche christlichen Feste erinnern an die Toten?

Auf katholischer Seite sind das Allerheiligen und Allerseelen am 1. und 2. November. Eigentlicher Totengedenktag ist Allerseelen, doch da Allerheiligen in einigen Ländern Feiertag ist, hat es sich durchgesetzt, an diesem Tag schon die Friedhöfe zu besuchen und die Gräber zu segnen. An Allerheiligen wird der Heiligen gedacht, auch der weniger bekannten. An Allerseelen wird für die Verstorbenen gebetet, damit Gott ihre Seelen in den Himmel aufnimmt.

Gibt es auch evangelische Trauertage im November?

Die Protestanten gedenken am Totensonntag ihrer Verstorbenen, besuchen die Friedhöfe, zünden Kerzen an und legen Blumen nieder. Dieser Sonntag, der letzte im Kirchenjahr, wird auch Ewigkeitssonntag genannt. Zunächst lehnten die Reformatoren eine Übernahme des katholischen Totengedenkens am Allerseelentag in den Kalender ihrer Kirche ab. Auf Wunsch vieler evangelischer Christen wurde dennoch ein Gedenktag für die Toten eingeführt. Der preußische König Friedrich Wilhelm III. bestimmte 1816 den Sonntag vor dem ersten Advent als Feiertag zur Erinnerung an die Gefallenen der Befreiungskriege gegen Napoleon. Die Regelung wurde bald von anderen Landeskirchen übernommen.

Gibt es auch nicht-kirchliche Trauertage im November?

Ein weltlicher Gedenktag ist der Volkstrauertag, der immer am zweiten Sonntag vor dem ersten Advent begangen wird. Dann gedenken die Deutschen der Opfer der beiden Weltkriege sowie des Nationalsozialismus und legen Blumen und Kränze nieder an entsprechenden Gedenkstätten.
Der Tag soll zu Versöhnung, Verständigung und Frieden mahnen. Er wurde durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge eingeführt und erstmals 1922 im Frühjahr begangen. Die Nationalsozialisten funktionierten ihn zum „Heldengedenktag“ um. Um sich davon abzusetzen, wurde der Volkstrauertag nach dem Zweiten Weltkrieg in den November verlegt.

Sind die Trauertage auch „stille Feiertage“?

Volkstrauertag und Totensonntag sind zusammen mit dem Karfreitag die einzigen bundesweiten „stillen Feiertage“. Allerheiligen ist in Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland ein stiller Tag, also in den Bundesländern, wo der Tag auch gesetzlicher Feiertag ist. An diesen stillen Tagen gilt in den meisten Ländern ein Tanzverbot, was allerdings immer häufiger infrage gestellt wird. In der Regel sind auch Sportveranstaltungen – zumindest am Vormittag – und die öffentliche Aufführung bestimmter Filme untersagt. Am Totensonntag bleiben in aller Regel auch die Weihnachtsmärkte geschlossen, die inzwischen oft schon in der Woche vorher eröffnet werden.

Sterben im November besonders viele Menschen?

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts war in den Jahren 2016 bis 2019 der November jeweils ein durchschnittlicher Monat bei den Zahlen der Sterbefälle. Demnach waren die monatlichen Zahlen jeweils am höchsten in den Monaten Dezember bis März. In den Corona-Jahren 2020 und 2021 waren die Sterbefallzahlen insgesamt höher, vor allem in den Monaten November, Dezember und Januar.

Und was ist mit Suiziden und der „November-Depression“?

Auch bei den Suiziden stellte das Statistische Bundesamt für die Jahre 2010 bis 2020 keine besonders hohen Novemberzahlen fest. Psychologieprofessor Arno Drinkmann von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt sagte 2019 der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), es gebe „im Herbst nicht mehr Suizide als sonst. Die Ursachen für Suizide sind kaum saisonale.“  kna

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