Bilanz des Runden Tisches der betroffenen Anwohner

Was passiert mit und auf den Autobahnen in und um Kassel? Fragen und Antworten

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Schon viel Verkehr auf der Kasseler Südtangente (A 49): Unser Foto zeigt den Abschnitt zwischen Baunatal-Rengershausen und Kassel-Waldau. Die Interessengemeinschaft Lärmschutz befürchtet, dass der Verkehr noch erheblich zunehmen wird.

Kassel. Viele Baustellen, viel Verkehr und Pläne zum möglichen Ausbau und zum Wegfall von Anschluss-Stellen: Die Situation auf den Autobahnen in und um Kassel bereitet Anwohnern Sorge.

Seit Januar kommen Vertreter der betroffenen Stadtteile an einem Runden Tisch zusammen. Zu ihm lädt die Interessengemeinschaft Lärmschutz pro Zwehren ein, moderiert wird er von Prof. Dr. Stefanie Bremer (Integrierte Verkehrsplanung/Mobilitätsentwicklung/Universität Kassel). Am Donnerstag traf sich das Gremium zum vierten und letzten Mal in diesem Jahr. Eine Zwischenbilanz.

Wer ist am Runden Tisch zur A 44 und A 49 vertreten?

Die Interessengemeinschaft Lärmschutz, Stadtverordnete sowie Ortsvorsteher und Ortsbeiräte aus Niederzwehren, Oberzwehren, Waldau, Nordshausen und der Südstadt. Süsterfeld-Helleböhn will hinzukommen. Erstmals mit dabei war der neue Kasseler Verkehrsdezernent Dirk Stochla. Er meinte, man müsse bei der Autobahn auf die Zuständigkeiten von Land und Bund verweisen, ohne dass die Stadt die Dinge von sich weisen wolle.

Was wurde bislang diskutiert und vereinbart?

Um die ganze Grafik zu sehen, klicken Sie oben rechts.

Im Mittelpunkt steht der Schutz der Autobahn-Anwohner vor noch mehr Lärm, Abgasen und Feinstaub. Ihr Ziel sind unter anderem eine komplette Lärmschutzwand entlang der A 49-Südtangente und eine Verkehrslenkung, die Ausweichverkehre auf Stadtautobahn und durch Wohngebiete nicht weiter anschwellen lässt. Mit Blick auf bestehende und weitere Probleme (etwa durch Lückenschluss der A 49 zur A 5 oder die A 44-Dauerbaustelle Bergshäuser Brücke) wurde ein umfangreicher Forderungskatalog erarbeitet (siehe unten) und verteilt.

Welche Stellungnahmen gibt es zu den Forderungen?

Eigentlich wollten sich die Teilnehmer am Donnerstag mit den Stellungnahmen zu ihrem Forderungskatalog beschäftigen, doch es lagen keine vor. Keine Antwort gab es zum Beispiel auch auf die Frage von Günter Lehner (Interessengemeinschaft) zum Stadtverordnetenbeschluss, nach dem sich der Magistrat um Geld des Bundes für Lärmschutz kümmern soll. Zudem verschärfe sich die Situation durch neue Pläne für eine zweispurige Auffahrt von der A 7 zur Südtangente (Kreuz Kassel-Mitte/Grafik).

Wie reagierte man auf die fehlenden Reaktionen?

Teilnehmer zeigten sich enttäuscht, einige meldeten auch Kritik an. Nach vier Treffen gebe es noch immer keine Informationen. „Wir drehen uns im Kreis“, meinten etwa Ortsvorsteher Joachim Bonn (SPD) und Jürgen Blutte (Grüne) aus Waldau. Mehrfach wurde der Wunsch geäußert, dass an den Treffen auch ein Vertreter von Hessen Mobil teilnehmen sollte.

Mit welchen Schritten soll es nun weitergehen?

Geplant ist, mit einer Gruppe beim Verkehrsministerium in Wiesbaden vorstellig zu werden, um die Probleme deutlich zu machen und Informationen einzuholen. Die eigentlich bereits geplante öffentliche Bürgerinformation wurde auf 2018 vertagt.

Forderungen der Interessengemeinschaft

Die Interessengemeinschaft stellt diese Forderungen auf (Auszüge des Katalogs): 

  •  Lärmschutz an A 49 Südtangente: kurzfristige Verbesserungen durch komplette Lärmsanierung und durchgängigen Flüsterasphalt
  • Kein sechsspuriger Ausbau der A 49 Südtangente: Beibehaltung als zweispurige Stadtautobahn, Geschwindigkeitsbegrenzung und Verbot für Lkw-Fernverkehr
  • Neubau der Fuldabrücke Bergshausen (A 44): kürzere Planungs- und Bauzeit, Bündelung des Verkehrs von der A 49 zur A 7 über die A 44 mit sechs Spuren auf der neuen Brücke, um die A 49-Südtangente zu entlasten
  • Innerörtliches Lkw-Fahrverbot für den Fernverkehr (etwa Frankfurter Straße)
  • Güterverkehr: weniger Züge/Lärm vor allem nachts.

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