Stadtreiniger fordern zu Schlosskauf auf

Waschbären und Mülltonnen: Kommentar über eine schwierige Situation

Sven Kühling über die Aufforderung der Stadtreiniger

Kassel. Die Menschen in Harleshausen, Kirchditmold, Wilhelmshöhe und an der Dönche sind leidgeplagt. Passen sie nicht auf und verschließen ihre Mülltonnen nicht akribisch, dann werden diese gnadenlos von Waschbären ausgeräumt. Ein Kommentar von HNA-Redakteur Sven Kühling.

Die Ansprache der Stadtreiniger an die eigenen Kunden liest sich so: „Sie haben ein Problem mit Waschbären?“ Und mit erhobenem Zeigefinger: Wer weiterhin Spanngummis zum Schutz vor Waschbären verwende, dessen Tonne werde das nächste Mal schon nicht mehr geleert. Die Stadtreiniger haben die Situation nicht erfasst. Nicht der einzelne Kunde hat ein Problem mit Waschbären, die ganze Stadt hat eines.

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Und die Stadtreiniger sind Teil dieser Kommune. Dem Kunden zu suggerieren, nur er persönlich habe diese Schwierigkeiten, ist dreist. Viele Tausend Haushalte in Kassel sind betroffen. Doch nicht genug der merkwürdigen Kommunikation des Dienstleisters mit dem zahlenden Bürger: Entgehen könne dieser seinem Problem mit den Waschbären nur, wenn er eine Tonne mit Schwerkraftschloss kaufe, sonst werde die Tonne nicht mehr geleert. Die Ansprache auf dem Infozettel klingt nach Erpressung. Die Stadtreiniger haben inzwischen ihre Formulierung überdacht. Das ist schon etwas. Eine fairer Dialog mit den Menschen, die das Unternehmen finanzieren, sollte künftig selbstverständlich sein. (sok)

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