Waschbärenjagd im Hinterhof?

Schussgeräusche schrecken Anwohner auf - Waschbärenhatz?

Kassel. Aufregung im Vorderen Westen: Seit acht Wochen knallt es nachts im Hinterhofgebiet zwischen Wilhelmshöher Allee und Herkulesstraße. Die Schussgeräusche fielen mit Einbruch der Dunkelheit bis zum frühen Morgen, klagt Anwohner Andreas Weick-Kappenstein.

Seine Familie sei zum Teil mehrfach durch den Lärm geweckt worden, berichtet der 36-Jährige. Er vermutet, dass eine Waschbärfalle den nächtlichen Lärm auslöst. Der Familienvater hat Flugzettel in der Nachbarschaft verteilt, das Ordnungsamt und die Polizei eingeschaltet – bislang ohne Erfolg. Weick-Kappenstein hat selbst schon Nächte im Garten verbracht, um den Schussgeräuschen auf den Grund zu gehen. „Von unserem Haus kommt das nicht“, sagt er.

Die nächtlichen Knallgeräusche lassen die Familie, deren Schlafzimmer zum Hof liegt, seit Wochen nicht mehr ruhen. „Wir mussten in den warmen Nächten bei geschlossenem Fenster schlafen“, sagt der Vater eines zweijährigen Sohnes. Selbst dann habe man aber keine Ruhe.

Auch die Polizei war in der vergangenen Woche vor Ort, konnte aber nichts ausrichten. „Die Polizei stellt keinen eine Stunde da hin“, sagt der lärmgeplagte Anwohner. Er geht davon aus, dass die Knaller aus einem der nicht einsehbaren Hinterhöfe kommen. Auf eine zwei Meter hohe Mauer des Nachbarhofs sei nun auch noch ein Holzzaun gesetzt worden, möglicherweise zum Schutz vor Waschbären.

„Wir gehen dem nach“, sagt Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch. „Die Kollegen vom Revier Süd-West konnten das noch nicht überprüfen.“ Sie seien nicht in den Hinterhof gelangt, aus dem die Geräusche vermutlich kommen.

Im Stadtgebiet unterwegs: Waschbären sind in Kassel zu einer Plage geworden. Im Vorderen Westen klagen lärmgeplagte Anwohner wie Andreas Weick-Kappenstein und seine Familie über laute Knallgeräusche in der Nacht aus einem der benachbarten Hinterhöfe. Archivfoto: dpa

Schüsse seien aber nicht gefallen. Dafür gebe es keine Anhaltspunkte. Es sei bislang auch nur eine Beschwerde wegen Lärmbelästigung eingegangen. „Wenn wir den Verdacht hätten, dass es sich um Schüsse handelt, hätten wir andere Kaliber aufgefahren“, sagt Polizeisprecher Jungnitsch.

Außerhalb von Schießständen dürfe auch nirgendwo geschossen werden. Die Hausverwaltung des fraglichen Gebäudes an der Wilhelmshöher Allee habe nach eigenen Angaben nichts veranlasst, was die Geräusche erklären könnte. Den verantwortlichen Hausmeister habe die Polizei noch nicht erreichen können.

Ordnungsamt eingeschaltet

Das städtische Ordnungsamt versucht ebenfalls, die Ursache zu klären. Auf eigene Anordnungen seien die Vorfälle nicht zurückzuführen, sagt dazu Rathaussprecher Hans-Jürgen Schweinsberg. Foto: Koch

Von Ellen Schwaab

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