Gärtnerei Thiele hält den Asiatischen Garten auf der Frühjahrsausstellung in Schuss

Wasser für 3400 Blumen

Durstige Pflanzen: Gärtnermeister Alfred Thiele und Kerstin Rüddenklau wässerten alle zwei Tage den Asiatischen Garten und zupften Verblühtes aus dem bunten Gartenbild. Foto: Koch

Kassel. Alfred Thiele richtet den Wasserstrahl auf eine rosa Primel. „Die ist schlapp, die kriegt einen doppelten Schluck“, sagt der Gärtnermeister und lässt beim Gießen seinen Blick über das üppig bepflanzte Beet schweifen, ob es weitere matte Pflänzchen gibt.

Die Asiatische Gartenanlage in der Frühjahrsausstellung, durch die in den vergangenen neun Tagen über 100 000 Menschen spaziert sind, ist das Werk seiner Gärtnerei. Seit vielen Jahren wird sie von der Messe für die Gestaltung der Grünbereiche engagiert.

320 Arbeitsstunden gingen für den Aufbau und die Bepflanzung drauf. Doch damit war es nicht getan. Damit auch am letzten Tag der Ausstellung die Besucher noch blühende Landschaften erwarteten, war gute Blumenpflege gefragt. Alle zwei Tage sind Thiele und Kollegen angerückt, um die Beete zu wässern und zu „putzen“, wie der 58-Jährige es nennt. Das heißt: gelbe Blätter abzupfen und verblühte Pflanzen austauschen. 2200 Primeln, 400 Azaleen, 500 Zwiebelblumen wie Tulpen und Amaryllis, 180 Cinerarien und 120 Hortensien haben im Asia-Garten geblüht, außerdem waren 250 Bambuspflanzen eingesetzt und 400 Quadratmeter Rollrasen ausgelegt.

„Dem Rasen geben wir nix, der ist nass genug“, ruft Thiele seiner Mitarbeiterin Kerstin Rüddenklau zu. „Der soll schön kurz bleiben.“ Wenn aber bei den 3400 Blühpflanzen aus Versehen mal eine übersehen wird, rächt sich das schnell: „Vor zwei Tagen hatten wir an einer Ecke vier Primelchen vergessen. Die sahen dann aus wie gekochte Spaghetti.“

Für die Pflanzen ist die Frühjahrsausstellung kein Vergnügen, sagt Thiele. „Die stehen hier unter Stress.“ Denn je mehr Menschen in die Halle kommen, desto mehr erwärmt sie sich. 300 Liter Wasser verdunsten pro Tag, schätzt der Gärtnermeister. Das schöne Wetter während der Messewoche sah er deshalb auch mit gespaltenen Gefühlen. „Einerseits ist die Halle dadurch noch mehr aufgeheizt worden. Andererseits leuchten die Farben viel schöner“, sagt Alfred Thiele. „An trüben Tagen kann ich Blau und Rot vergessen, das kommt dann nicht zur Geltung.“

Am Sonntag zwei Stunden vor Toresschluss hat die Gärtnerei mit dem Rückbau der Anlage begonnen und die Pflanzen und den Rasen zum Schleuderpreis an die Besucher weitergegeben. Ein paar Tage blüht der Asia-Garten so noch in den nordhessischen Haushalten weiter.

Von Katja Rudolph

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