Hausstand in Harleshausen fällt Wasser zum Opfer

Geilebach vernichtete alles: Versicherung will nicht zahlen, Frau obdachlos

Harleshausen. An dem Tag, als sich das ganz Land in den Armen lag, hat Daniela Hahn alles verloren. Kurz bevor die deutsche Nationalmannschaft die Fußball-Weltmeisterschaft gewann, war der sonst so kleine und friedliche Geilebach im Kasseler Stadtteil Harleshausen über die Ufer getreten.

Wenig später stand das Wasser kniehoch in der Wohnung von Daniela Hahn an der Daspelstraße.

Lexikonwissen:

Der Geilebach im Regiowiki

"Es ist alles futsch“, sagt die 42-Jährige. Ihr gesamter Hausstand ist den Wassermassen zum Opfer gefallen. Bett und Sofa standen bis zur Kante in der braunen Brühe, die der Geilebach in ihre Wohnung gespült hat. Nur einige wenige Kleidungsstücke habe sie retten können, erzählt Hahn.

Und das Schlimmste dabei: Ihre Hausratversicherung wolle keinen Cent zahlen. Das sei ihr am Telefon mitgeteilt worden. Als Begründung hieß es, dass Elementarschäden nicht mit versichert worden seien.

Wie Daniela Hahn dürfte es nach den schweren Unwettern vielen Menschen gehen. Bundesweit seien nur 35 Prozent aller Gebäude gegen Elementarschäden versichert, damit sind Schäden nach Erdbeben, Lawinen und Überflutungen gemeint. In Hessen haben laut Gesamtverband der deutschen Versicherungswirschaft 22 Prozent eine Elementarschadenversicherung ergänzend zur Gebäude- oder Hausratversicherung.

Vorerst ist Daniela Hahn bei ihrer Nachbarin Claudia Rogge untergekommen, die im ersten Stock wohnt. Sie hofft aber schnell eine eigene Wohnung zu finden. Dann will sie ihre Existenz wieder aufbauen - aus dem Nichts, sagt Hahn, die als Arzthelferin im Krankenhaus in Volkmarsen arbeitet.

Geilebach hat Wohnung in Harleshausen überschwemmt

Als sie Hilfe bei der Stadt Kassel suchte und an die Stelle für Obdachlose vermittelt wurde, sei ihr der Ernst der Lage erst bewusst geworden. „Ich hätte nie gedacht, dass mir so etwas passiert. Obdachlos - ich!“ Beziffern könne sie den Schaden kaum. Allein Bett, Kleiderschrank, Sofa und Küche dürften zusammen 10.000 Euro wert gewesen sein. Viel schlimmer sei der Verlust der persönliche Unterlagen, die nicht mehr zu gebrauchen seien.

Von Claas Michaelis

Rubriklistenbild: © Freier Mitarbeiter

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