Mit neuer Technik für 36 Speier spart die Stadt Zeit und Geld

Brunnenanlage auf Kasseler Königsplatz: Wasserqualität wie im Schwimmbad

Freut sich über den Wasserstrahl: Der fünfjährige Lucas aus Kassel.
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Freut sich über den Wasserstrahl: Der fünfjährige Lucas aus Kassel.

Die Wasserspeier auf dem Kasseler Königsplatz funktionieren wieder. Dank neuer Technik, die die Stadt angeschafft hat.

Kassel - Der tägliche Abstieg bleibt den beiden Werkstattmitarbeitern der Stadt Kassel seit etwa einer Woche erspart. Sie müssen nicht mehr jeden Morgen über drei Meter unter den Königsplatz klettern, um die 36 Wasserspeier in Betrieb zu nehmen. Eine moderne Mess-, Steuer- und Regeltechnik wurde in die Brunnenanlage installiert, die eine Fernüberwachung der Anlage ermöglicht, sagt Axel Jäger, Leiter des städtischen Amts für Hochbau und Gebäudebewirtschaftung.

Damit spare die Stadt bares Geld. Denn bei der alten Anlage war es erforderlich, dass jeden Tag zwei Mitarbeiter in die Unterwelt des Königsplatzes hinabsteigen. Das war aufwendig.

Die Zeit könnten die Mitarbeiter jetzt nutzen, um andere Arbeiten zu erledigen, für die ansonsten Fremdfirmen beauftragt hätten werden müssen, so Jäger. Jetzt müssen sie nur noch einmal in der Woche in die Tiefe. Für einen Kontrollgang.

Apropos Geld – die komplette Erneuerung der Wasseraufbereitungstechnik der 36 Wasserspeier, die nach 15 Jahren im Sommer 2019 einen Defekt hatte, hat rund 100 000 Euro gekostet.

Neue Technik: Daniel Cicciello, der bei der Stadt für die Haus- und Brunnentechnik zuständig ist, steht in dem unterirdischen Raum zwischen den Sockelpumpen (links) und den beiden Elektrolyseanlagen (rechts).

„In dem unterirdischen Technikraum, der etwa neun Quadratmeter groß ist, befinden sich neben zwei Sockelpumpen auch zwei Elektrolyseanlagen, die dafür zuständig sind, das Brunnenwasser zu filtern, reinigen und desinfizieren“, sagt Daniel Cicciello, der bei der Stadt für die Haus- und Brunnentechnik zuständig ist. Das Wasser aus den 36 Rüsseln, wie die Speier auch gern genannt werden, habe keine Trinkqualität. „Das ist eine Badequalität wie im Schwimmbad“, sagt Cicciello. Wenn man versehentlich von dem Wasser trinke, müsse man keine Angst haben, krank zu werden. In den Vorratsbehälter der Brunnenanlage passen laut Cicchiello 43 000 Liter. Je nach Witterung müssten täglich um die 10 000 Liter Frischwasser (das sind um die 50 Badewannen) nachgefüllt werden.

Axel Jäger weist darauf hin, dass diese Brunnenanlage, die im Jahr 2003 von den Landschaftsarchitekten Kamel Louafi aus Berlin entworfen ist, etwas ganz Besonderes ist. „Das ist ein Unikat.“ Deshalb sei es auch nicht einfach gewesen, die Anlage grundlegend zu sanieren. Die gesamte Technik habe neu konzipiert werden müssen. Die Firma Greensafer aus Dreieich hat die Elektrolyseanlage für die Stadt Kassel gebaut.

Den meisten Kindern ist die unterirdische Technik eigentlich egal. Sie freuen sich, wieder unter den Wasserstrahlen toben zu können. (Ulrike Pflüger-Scherb)

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