Besucher müssen nur während Wasserspielen zahlen

Parkgebühren im Bergpark: Stadt und MHK zufrieden mit Kompromiss

Kassel. Fünf Euro pro Auto an Wasserspieltagen, während der restlichen Zeit weiterhin freies Parken am Bergpark – Hessens Kunst- und Kulturminister Boris Rhein (CDU) begründete seine Entscheidung vom Freitag als maßvoll:

Um die Besucherströme an der neuen Kasseler Welterbestätte managen zu können, solle die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) in die Lage versetzt werden, zusätzliche Einnahmen zu erzielen.

Zugleich „berücksichtigen wir die Bedürfnisse der Menschen, die den Bergpark seit Jahren, beispielsweise als Naherholungsgebiet, nutzen“, sagte Rhein.

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MHK-Chef Prof. Bernd Küster begrüßte am Freitag die Aussicht auf Gebühreneinnahmen: Nach langen Planungen und Diskussionen sei „jetzt der Knoten durchschlagen“, und Kassel ziehe mit anderen Welterbestätten gleich: Laut Beobachtung der Parkplatzeinweiser im Vorjahr hätte ein Großteil der auswärtigen Bergpark-Touristen bereits die Geldbörse griffbereit gehabt, wenn sie auf einen der Parkplätze fuhren. „Die mochten kaum glauben, dass das Parken hier bei uns nichts kostet“, sagte Küster.

Geplant sei, dass die Parkgebühr an den Tagen der Wasserkünste etwa im Zeitraum zwischen 10 und 16.30 Uhr erhoben werden soll. Besucher, die ein Ticket haben, könnten so lange bleiben, wie sie wollen. Die Gebühr fürs Auto sei eine Tagespauschale. Noch unklar ist laut Küster, wie das Parken entlang der Zufahrtsstraße zum Herkules künftig gehandhabt wird.

Dort sei nicht die MHK zuständig, sondern die Stadt. Vor Kurzem hatte Stadtbaurat Christof Nolda angekündigt, dass an dieser Straße wieder das einseitige Längsparken gestattet werden soll – ob sich die Stadt der MHK-Regelung anschließen und dort ihrerseits Gebühren nehmen wird, blieb gestern offen. Nolda bezeichnete die Gebühren-Entscheidung des Landes am Freitag als gerecht: Die Interessen der Einwohner, die den Park häufiger besuchten als Touristen, würden gewahrt.

Er freue sich auch, dass die KVG vor dem neuen Hintergrund aktuell beschlossen habe, ihre Buslinie 23 doch fahren zu lassen. Sie verbindet im 15-Minuten-Takt die Endstationen der Straßenbahnlinien 1 und 3 mit dem Herkules und sollte eigentlich mangels finanzieller Beteiligung des Landes gestrichen werden. Nolda sagte, er wolle mit dem Land jetzt in einem weiteren Schritt über ein Kombiticket verhandeln, das mit den Parkgebühren die Nutzung der öffentlichen Nahverkehrsangebote in Kassel ermöglicht.

Von Axel Schwarz

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