Millionen für Wasserspiele und Wilhelmshöher Allee

Viel geschafft für das Welterbe: Sanierung der Kaskaden wurde durch Förderprogramm möglich

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Die Kaskaden unterhalb des Herkules: Hier starten die beliebten Wasserspiele.

Die undichten Kaskaden sind saniert, die Wilhelmshöher Allee mit Rasengleis zum grünen Band geworden. Kassel profitiert von Fördermitteln für Welterbestädte.

Auf das Welterbe im Bergpark Wilhelmshöhe sei nicht nur Kassel stolz, sondern ganz Hessen, sagte Wissenschafts- und Kunstministerin Angela Dorn (Grüne) gestern beim Besichtigungstermin. Was sie beim gemeinsamen Rundgang mit Kassels Stadtbaurat Christof Nolda und Vertretern der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) zu sehen bekam, war in der Tat eindrucksvoll.

Das begann schon bei der Anreise zum Bergpark mit der Straßenbahn. 1.9 Millionen Euro wurden in die Aufwertung der Wilhelmshöher Allee investiert. Die ist mittlerweile mit einem automatisch bewässerten Rasengleis in weiten Teilen ein grünes Band, das die Innenstadt mit dem Bergpark verbindet. Dazu tragen auch Hecken nach historischem Vorbild und 190 neue Linden bei, die die Stadt hat pflanzen lassen. 

21 Städte profitieren von Förderprogramm

Selbst viele der Stahlmasten für die Oberleitung der Straßenbahn sind mit grünen Kletterpflanzen versehen. Finanziert wurde das vom Land, dem Bund und der Stadt über das Programm „Nationale Projekte des Städtebaus“. Davon profitieren 21 Städte in Deutschland, die meisten aufgrund eines Welterbestandorts.

Angela Dorn, Ministerin für Wissenschaft und Kunst

Aus diesem Etat wurde auch die Sanierung der Wasserspiele im Bergpark zu einem großen Teil finanziert. 9.3 Millionen Euro hat man dafür nach Angaben der MHK investiert. Es sei höchste Zeit gewesen, die Schäden an den Kaskaden und weiteren Wasserwegen zu beseitigen. 

Immer mehr Wasser sei durch undichte Fugen zwischen den Steinen in den Untergrund und auf die Treppen neben den Kaskaden geflossen. Von der Vexierwassergrotte im oberen Teil der barocken Wasserspiele über die Neptungrotte am Fuß der Kaskaden bis zum Schlossteich Lac erstreckten sich die Arbeiten. Auch zwei heruntergekommene Häuser im chinesischen Dorf Mulang wurden restauriert.

Umbau des Brüder-Grimm-Platzes geplant

Das Geld für ein weiteres vom Bund gefördertes Großprojekt liegt nach Angaben von Baurat Nolda bereit. Am 15. Oktober werde er die Zusage in Berlin bei Bauminister Horst Seehofer abholen. Mit 6.5 Millionen Euro unterstützt der Bund den Umbau des Brüder-Grimm-Platzes. Der markiere das Ende der Wilhelmshöher Allee und damit der Sichtachse zum Bergpark. Nach historischem Vorbild soll der Platz aufgewertet werden. Dazu soll es einen Wettbewerb mit öffentlicher Beteiligung geben.

Was jetzt schon feststeht: Mit dem Umbau werde man zwangsläufig in die 100 Tage documenta des Jahres 2022 geraten, sagt Christof Nolda. Wegen der zeitlich begrenzten Förderung lasse sich das nicht vermeiden.

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