Über 1500 Besucher

Wau-Mau-Insel feierte am Wochenende großes Tierheimfest

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Leckerli für die tierischen Lebensretter: Jan Özdemir von der Suchhunde-Staffel Werra-Meißner (von links) mit Stiffler (3), Leiter der Wau-Mau-Insel Karsten Plücker, Cornelia Braun (Suchhunde-Staffel Werra-Meißner) und Leo (7).

Kassel. Die Ohren sind aufrecht, die Augen groß und wachsam. Der Mischlingshund Henner sitzt mit erhobenem Kopf neben seinem Frauchen Katja Vischer und wartet. „Es kann ja sein, dass Herrchen mit einem weiteren Vierbeiner zurückkommt“, sagt sie und tätschelt das vierbeinige Familienmitglied liebevoll.

„Und da wird er eifersüchtig.“

Zum Tierheimfest der Kasseler Wau-Mau-Insel kamen über 1500 Besucher. Tierheimleiter Karsten Plücker freut sich vor allem über die tierischen Gäste. Viele von ihnen lebten für eine kurze oder längere Zeit bei ihm im Tierheim. „Es fühlt sich an wie ein Klassen- oder Ehemaligentreffen“, sagt Katja Vischer, die gemeinsam mit ihrem Mann Reiner vor sieben Monaten Henner in ihre Familie aufnahm. Etwa 300 Tiere leben auf der Wau-Mau-Insel. Zurzeit sind es mehr Katzen, da diese vor allem im Mai und September geboren werden, erklärt Karsten Plücker. Allerdings seien diese schwieriger zu vermitteln, da es viele Tiervereine gibt, die Katzen haben. „Hunde sind sehr beliebt und bleiben größtenteils nur für eine kurze Zeit bei uns“, sagt er.

Haushalt mit 70 Hunden

Es ist gar nicht so lange her, da kamen gleich 25 Hunde ins Tierheim. „Eine Frau, die in der Nähe von Dessau lebt, hatte 70 Hunde“, erinnert sich Plücker. „Wir hatten aber auch unglaubliche Fälle in Kassel. Ein Haushalt mit 300 Meerschweinchen zum Beispiel oder 200 Ratten.“ Neben Hunden und Katzen werden im Tierheim auch Hasen, Ratten, Vögel und Wasserschildkröten versorgt. „Wir hatten auch schon ein Pferd, Schlangen, Echsen und einen Fuchs.“

Spannend wurde es bei einer kleinen Vorführung der Suchhunde-Staffel Werra- Meißner. Dazu gehört auch der dreijährige Staffordshire Terrier Stiffler. „Vor wenigen Jahren fanden wir ihn grausam zugerichtet, nahmen ihn auf und versorgten ihn so gut wir konnten“, sagt Plücker. Nun rettet der ehemalige Findelhund gemeinsam mit dem siebenjährigen Miniaturbullterrier Leo Menschenleben.

Und wer seinem Vierbeiner eine neue Frisur gönnte, der war bei Kassels Hundefriseurin Petra Malkomeß richtig. Flink zauberte sie seidiges Fell.

Was Karsten Plücker Sorgen bereitet, ist, dass immer weniger Menschen bereit sind, schwierige Tiere aufzunehmen. „Das war vor einigen Jahren nicht der Fall. Die Menschen nehmen lieber Tiere aus dem Ausland auf, da sie wissen, dass es Tieren in deutschen Tierheimen gut geht.“ Trotzdem wird das langfristig zu einem großen Problem, da immer mehr Tiere Dauergast bleiben und daher kein Platz mehr für andere Tiere bleibt.

Zuhause für über 600 Hunde

Jährlich vermittelt die Wau-Mau-Insel etwa 600 Hunde. „Damit liegen wir deutschlandweit im oberen Bereich“, sagt Plücker. Und was den eifersüchtigen Henner betrifft: Vorerst bleibt er der einzige Vierbeiner bei Familie Vischer. (pgr)

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