Mit Kindern sprechen

Weg mit dem Handy: Aktion des Kinderschutzbundes soll Eltern sensibilisieren

+
Der Kinderschutzbund Kassel will Eltern mit einer neuen Plakatkampagne für den Umgang mit dem Smartphone sensibilisieren. Das Foto zeigt die 1. Vorsitzende Susanne Jordan (von links) und Ute Zöllner, 1. stellvertretende Vorsitzende.

Mit einer Plakataktion im gesamten Stadtgebiet will der Kinderschutzbund Kassel Eltern für ihren Umgang mit dem Smartphone sensibilisieren.

Unter dem Motto „Sprich mit mir“ zeigen sie Karikaturen, die Eltern-Kind-Situationen abbilden, wie sie nicht sein sollten.

Der Vater etwa daddelt beim Baden lieber auf dem Smartphone, statt mit seinem Kind zu spielen. Die Mutter schiebt ihr Baby im Kinderwagen spazieren. Doch statt auf ihrem Kind ruht ihr Blick auf dem Handy-display. „Wir wollen mit der Aktion dafür sensibilisieren, dass die Handynutzung von Eltern schädlich für Kinder sein kann“, erläutert Susanne Jordan, die seit Mai erste Vorsitzende des Vereins ist. Die Kampagne sei in Düsseldorf gestartet, Kassel habe sich gleich angeschlossen.

Dörte Wahlen, Geschäftsführerin

„Das Nutzungsverhalten von Eltern wird zunehmend zum Problem“, erläutert Geschäftsführerin Dörte Wahlen. In den Eltern-Kind-Gruppen des Vereins sei es fast schwerer zu erreichen, dass die Eltern ihr Handy währenddessen nicht nutzten, als dass sie nicht rauchten, sagt sie.

„Die langfristigen Auswirkungen auf die Kinder sind noch nicht bekannt“ so Wahlen. Klar sei aber, dass das Sprachvermögen und die Konzentrationsfähigkeit eingeschränkt und die Sehgewohnheiten verändert würden. Um dem entgegenzuwirken, will der Kinderschutzbund ab Anfang September 1000 der Plakate in Kassel aufhängen. Auch bei Kinderärzten, in Schulen und bei anderen Trägern sollen sie verteilt werden.

Mit insgesamt 29 Angeboten unterstützt der Kinderschutzbund Kassel Menschen aller Altersgruppen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei aber selbstverständlich auf den Rechten der Kinder. Um sie stärker ins Bewusstsein zu rücken, bietet der Verein jetzt einen Kinderrechte-Spaziergang im Stadtteil Rothenditmold an. „Die Idee dazu hatten unser im Juni verstorbenes Vorstandsmitglied Volkhardt Strutwolf und seine Frau Ursula Strutwolf-Hahn“, sagt Susanne Jordan. Die beiden hatten vor einigen Jahren auf einer Radtour in Südtirol künstlerisch gestaltete Kinderrechtetafeln entdeckt. Seit vergangenem Jahr hängen die von Studenten der Kunsthochschule gestalteten Tafeln auch in Kassel. Ursula Strutwolf-Hahn und Ortsvorsteher Hans Roth bieten auf Anfrage Kinderrechte-Spaziergänge an, bei denen sie über das Thema informieren. Das Angebot richtet sich an Kinder und erwachsene Personen oder Gruppen. Gebucht werden kann es unter Tel. 0561/68226.

Beim Kinderschutzbund Kassel sind 29 Mitarbeiter, fünf Honorarkräfte und mehr als 70 Ehrenamtliche tätig. Die Angebote des Vereins sind kostenlos. Um das bewerkstelligen zu können, ist er auf Spenden und Ehrenamtliche angewiesen. „Die Beratungsstelle und das Familienzentrum werden zu gut 50 Prozent über Spenden finanziert“, sagt Geschäftsführerin Dörte Wahlen. „Anders wäre das alles gar nicht möglich.“ „Und auch nicht ohne die Menschen, die uns als Ehrenamtliche ihre Zeit schenken“, ergänzt Susanne Jordan.

Spendenkonto: Kasseler Sparkasse, IBAN: DE89 5205 0353 0000 0969 88, BIC: HELADEF1KAS

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.