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Trockenheit in Kassel: Wasserspiele im Bergpark werden verkürzt

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Von: Andreas Hermann

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Wird verkürzt: der Kaskaden-Wasserlauf, der barocke Teil der Bergpark-Wasserspiele. ARCHI
Wird verkürzt: der Kaskaden-Wasserlauf, der barocke Teil der Bergpark-Wasserspiele. © DIETER SCHACHTSCHNEIDER

Bäche und Seen trocken, Flüsse führen nur Niedrigwasser: Die Folgen der anhaltenden Dürre sind in und um Kassel offensichtlich. Erste Konsequenzen hat das nun auch für die Wasserspiele im Bergpark.

Kassel – „Der Erlenlochsee hat fast gar kein Wasser mehr. Man konnte auf dem Grund einen Spaziergang machen“, berichtet Ruth Brosche von ihrer Entdeckung im Habichtswald. „Ein Fahrrad kam neben Flaschen, Muscheln und Autoreifen zum Vorschein“, sagt die Ahnatalerin.

Das Erlenloch ist nicht das einzige Gewässer, das derzeit in Stadt und Landkreis Kassel nahezu trockenliegt. Die meisten Bäche führen gar kein Wasser mehr. Folgen hat die anhaltende Trockenheit inzwischen auch für den Edersee und für die Weser.

Erste Konsequenzen wegen des Wassermangels hat am Dienstag die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) angekündigt. So werden die Wasserspiele im Bergpark Wilhelmshöhe verkürzt, nämlich der Wasserlauf über die Kaskaden unter dem Herkules, der sogenannte barocke Teil der Wasserspiele. Wie MHK-Sprecherin Natascha Callebaut berichtete, wird das Wasser im Sichelbachreservoir knapp. „Um die kompletten Wasserspiele bis zum Ende der Saison sicherzustellen, verkürzen wir bereits ab Sonntag die Vorführzeit der barocken Wasserspiele um zwei auf dann nur noch acht Minuten.“

Üblicherweise wird jedes Wasserbild für etwa zehn Minuten inszeniert. So hätten Besucher genügend Zeit, um zur jeweils nächsten Station spazieren zu können, erklärte die MHK-Sprecherin.

In den unteren Bereichen, den romantischen Wasserspielen (Jussow-Wasserfall, Wasserfälle Roseninsel) und den darunter liegenden Wasserflächen (Fontänenteich, Lac) stünde durch den regelmäßigen Nachlauf durch die Wasserspiele ausreichend Wasser zur Verfügung. Auch die Reservoire, aus denen sich diese Teile der Wasserspiele speisten (Asch und Fontänenreservoir), seien noch ausreichend gefüllt.

Für die Karlsaue könne die MHK ebenfalls Entwarnung geben, so Callebaut. Da das ganze Wassersystem mit Wasserläufen und Seen von der Fulda gespeist werde, gebe es dort kein Problem mit Wassermangel. Schwankungen in der Wasserhöhe seien Folge der derzeitigen Bauarbeiten am Giesegraben im Bereich der Neuen Mühle.

Bei der Fulda ist in Kassel derzeit noch kein großer Wassermangel feststellbar. Nach Angaben des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) weisen die nächsten gelegenen Messstationen jeweils noch mittlere Pegelstände für den Fluss aus. So lag der Fulda-Wasserstand am Dienstagmittag bei der Station Guntershausen bei 1,67 Meter (der mittlere Normalwert geht hier bis 1,07 Meter). Bei der Messstation Hann. Münden/Bonaforth lag der Fulda-Pegel bei 2,36 Meter (mittlerer Normalwert dort ist bei 2,14 Meter.) Alles liegt demnach an der Fulda laut WSA noch im grünen Bereich. Niedrigwasserbereiche gibt es bislang erst an der Weser.

Für Fließgewässer zweiter Ordnung, also für die Bachläufe und Bäche im Stadtgebiet, ist Kasselwasser zuständig. „Die trockenliegenden Bachläufe haben aber keine Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung“, betonte ein Unternehmenssprecher.

Ein altes Fahrrad kommt wieder zum Vorschein: Der Erlenlochsee im Habichtswald zwischen Kassel und Ahnatal liegt inzwischen nahezu komplett trocken.
Ein altes Fahrrad kommt wieder zum Vorschein: Der Erlenlochsee im Habichtswald zwischen Kassel und Ahnatal liegt inzwischen nahezu komplett trocken. © ruth brosche/nh

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