Konzern rutscht im dritten Quartal in Verlustzone

Wegen Trockenheit: K+S senkt Jahresprognose

+
Wegen Trockenheit: Der Kasseler Kali- und Salzproduzent muss seine Jahresprognose deutlich senken.

Der trockene Sommer hat dem Kasseler Kali- und Salz-Produzenten K+S zugesetzt. Wie der Konzern bekannt gab, muss er wegen des Niedrigwassers in der Werra seine Jahresprognose deutlich senken.

Am Mittwoch präsentierte K+S seine Zahlen für das dritte Quartal. Für das Gesamtjahr erwartet das im M-Dax notierte Unternehmen nur noch ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 570 bis 630 Millionen Euro. Bislang hatte K+S einen Anstieg auf 660 bis 740 Millionen Euro prognostiziert. Im Vorjahr hatte der Konzern 557 Millionen Euro erzielt.

Wie berichtet, hatten die niedrigen Wasserstände in der Werra eine ausreichende Einleitung von Salzabwässern in den Fluss unmöglich gemacht. In der Folge hatte K+S die Produktion an den Standorten Wintershall in Heringen und Hattorf bei Philippsthal (beide Kreis Hersfeld-Rotenburg) unterbrechen müssen. Den Verlust pro Stillstandstag hatte K+S auf bis zu 1,5 Millionen Euro und insgesamt auf gut 80 Millionen Euro taxiert, bei der früheren Prognose aber ausgeklammert.

Erneute Unterbrechungen sind nicht ausgeschlossen 

Weil die Trockenheit anhält, sind laut K+S erneute Unterbrechungen in der Kaliproduktion nicht ausgeschlossen. Sie sind in der Jahresprognose noch nicht berücksichtigt. Die Jahresbilanz könnte also noch schwächer ausfallen als erwartet.

K+S-Vorstandschef Dr. Burkhard Lohr

Die witterungsbedingten Stillstandstage am Verbundwerk Werra schlagen sich auch in den Zahlen für das dritte Quartal nieder. Die extreme Trockenheit und höhere Logistikkosten hätten das Wachstum von Juli bis September gebremst, sagte K+S-Vorstandschef Dr. Burkhard Lohr. Zwar konnte der Konzern seinen Umsatz in diesem Zeitraum dank des höheren Absatzes von Kaliumchlorid aus dem neuen Kaliwerk in Kanada sowie gestiegener Marktpreise für Kali- und Magnesiumprodukte um rund 16 Prozent auf 840 Millionen Euro steigern. Das Ebitda hingegen knickte wegen der witterungsbedingten Produktionsausfälle und deutlich gestiegener Transportkosten von 77 auf 36 Millionen Euro ein.

Verlust von 61 Millionen Euro 

Im Vorjahreszeitraum hatte der Konzern noch einen Nettogewinn von 1,5 Millionen Euro erzielt. Nun verbucht K+S einen Verlust von 61 Millionen Euro. Im Geschäftsbereich Salz legte das Ebitda um elf Prozent zu.

K+S beschäftigt weltweit rund 15.000 Mitarbeiter, davon gut 10 000 im Inland und davon wiederum 6000 in Nord- und Osthessen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.