Gisela Gunkel kann sich noch gut an die primitive Ausstattung ihrer Wohnung beim Einzug 1970 erinnern

Kasseler Rentnerin wohnt seit 50 Jahren in der gleichen Wohnung

Lebt seit 50 Jahren in einer Wohnung der Wohnstadt: Gisela Gunkel lebt an der Hansteinstraße in Wehlheiden.
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Lebt seit 50 Jahren in einer Wohnung der Wohnstadt: Gisela Gunkel lebt an der Hansteinstraße in Wehlheiden.

Gisela Gunkel wird am 31. Dezember 95 Jahre alt. Mehr als ihr halbes Leben wohnt die Witwe schon an der Hansteinstraße in Wehlheiden in einer Wohnung der Wohnstadt. An einen Auszug hat sie in all den Jahrzehnten nie gedacht.

Kassel - Als Gisela Gunkel am 4. Oktober 1970 mit ihrem Mann und einem Sohn in die 68 Quadratmeter große Wohnung zog, waren die Verhältnisse noch ziemlich primitiv, wie sie sagt. „Aber wir haben damals auch nur 210 DM bezahlt, heute sind es 480 Euro“, erzählt sie.

Die gelernte Erzieherin erinnert sich noch ganz genau an die damalige Zeit. Die Wohnung musste mit Ölöfen beheizt werden, das Wasser in der Küche wurde mit einem Boiler erwärmt. Drei komplette Umbauten hat sie erlebt. Inzwischen gebe es modernen Wohnkomfort. Auch der altersgerechte Umbau des Bades sei ihr von der Wohnstadt bezahlt worden.

Mit dem geringen Platzangebot für eine dreiköpfige Familie hatte sie nie Probleme: „Man hat sich arrangiert. Das ging alles.“

Die große Freiheit genoss die Familie ohnehin in den Gartenparzellen, die hinter dem Haus liegen. Gemeinsam mit ihrem verstorbenen Mann habe sie die Gärten lange gepflegt. Es war eine unbeschwerte Zeit. Nur der damalige Hausmeister sei etwas streng gewesen. So hätten die Kinder nicht im Garten spielen dürfen. Sie habe seinerzeit kurzerhand ein Spiel-Verbotsschild aus dem Rasen gezogen. Als Erzieherin habe sie immer die Bedürfnisse der Kinder gesehen.

In all den Jahren habe sie nie ernsthaften Ärger mit ihrem Vermieter oder anderen Mietern gehabt. Doch schade findet sie es, dass man mit den Mitmietern inzwischen nicht mehr so viel Kontakt habe wie früher. „Damals kannte hier jeder jeden im Haus. Heute wird die Tür zugemacht und fertig.“ Dennoch wohne sie gerne dort. „Ich habe das immer als mein Eigentum betrachtet und alles in Ordnung gehalten.“

Als Dank gab es zum 50-jährigen Mieterjubiläum einen 25-Euro-Gutschein und Blumen von der Wohnstadt. (Bastian Ludwig)

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