Im Stadtteil Wehlheiden entsteht ein neues großes Wohnquartier.

Auf dem Gelände der Jägerkaserne in Kassel sollen 570 Wohnungen entstehen

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So sieht das Areal im Bereich Jägerkaserne 1 heute aus: Die Gebäude stehen teilweise unter Denkmalschutz, darin sollen moderne Wohnungen entstehen. Auf dem ehemaligen zentralen Exerzierplatz sind Neubauten geplant. 

Kassel. Seit Jahren zieht es immer mehr Menschen nach Kassel. Deshalb benötigt die Stadt Flächen, die sich für neuen und bezahlbaren Wohnraum entwickeln lassen. Die Jägerkaserne ist so eine Fläche.

Von der Brachfläche zum neuen innenstadtnahen Kasseler Wohngebiet: Für das gesamte Areal der früheren Jägerkaserne ist jetzt die künftige Nutzung unter Dach und Fach. Danach werden in den nächsten Jahren rund 570 neue Wohnungen zwischen Park Schönfeld, Frankfurter Straße und Ludwig-Mond-Straße errichtet. Im Stadtteil Wehlheiden entsteht ein neues großes Wohnquartier. 

Wo früher die Regionalverkehr Kurhessen (RKH) angesiedelt war, soll 2019 mit dem Bau von insgesamt 450 Wohnungen begonnen werden. Die Immovation AG hat als Investor bereits Gebäude und Hallen abreißen lassen. Der Durchbruch für den Bereich Jägerkaserne 1, also das zur Frankfurter Straße hin gelegene Gebiet, ist der Stadt durch die nun vereinbarte Zusammenarbeit mit der Bauland-Offensive Hessen gelungen. 

Mit der Tochtergesellschaft der Nassauischen Heimstätte will die Stadt dort bis zu 120 weitere Wohnungen errichten. Wann der Bau dieser Wohnungen beginnen wird, steht noch nicht fest. Man habe nun den richtigen Partner, um in attraktiver und gut erschlossener Lage dringend benötigte Flächen für bezahlbaren Wohnraum zu entwickeln, betont Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne). 

Neubauten auf dem ehemaligen Exerzierplatz: So sehen die ersten Planungen für den zur Frankfurter Straße (unten rechts) hin gelegenen Bereich der Jägerkaserne (Gelände 1) aus.

Das 4,9 Hektar große Areal befinde sich im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) und stehe teilweise unter Denkmalschutz. Mit Hilfe der Bauland-Offensive könne nun über den Ankauf der Jägerkaserne diskutiert werden, ohne den städtischen Haushalt zu belasten“, freut sich Nolda. Nach seinen Angaben sollen im denkmalgeschützten Altbestand der Kaserne moderne Wohnungen entstehen. 

Auf den rund zwei Hektar großen Exerzierflächen im Zentrum sei eine Blockrandbebauung mit begrünten Gartenhöfen vorgesehen. Zum Schloss Schönfeld hin hatte die Immovation AG bereits vor rund vier Jahren 24 Eigentumswohnungen in drei Stadtvillen geschaffen.

Die Abschnitte

Seit Abzug der Bundeswehr ist das gesamte Kasernenareal in drei Abschnitte unterteilt. Auf dem Bereich nahe Schloss Schönfeld (Gelände 3/siehe Grafik) hat die Immovation AG bereits drei Stadtvillen mit 24 Eigentumswohnungen errichtet. Auf der ehemaligen RKH-Fläche (Gelände 2) plant die Immovation den Bau von 450 Wohnungen ab 2019. Durch die Kooperation der Stadt mit der Bauland-Offensive Hessen gibt es nun Pläne für den Bereich zur Frankfurter Straße hin (Gelände 1).

Die Pläne

Gelände 1 ist das größte der drei Areale und befindet sich noch im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Nach Ankündigung von Kassels Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) und Hessens Wohnungsbauministerin Priska Hinz (Grüne) soll das Gelände nun gemeinsam von Stadt und Bauland-Offensive gekauft und entwickelt werden. Bei der Schaffung von bis zu 120 Wohnungen wird eine Kombination aus Alt- und Neubau angestrebt. In dem denkmalgeschützten Altbestand sollen moderne Wohnungen entstehen, auf den rund zwei Hektar großen Exerzierflächen im Zentrum des Geländes neuer Wohnraum als Geschosswohnungen. Mindestens 40 Prozent davon sollen Sozialwohnungen sein, betonte Nolda.

Die Zusammenarbeit

Die Bauland-Offensive unterstützt Kommunen bei der Entwicklung brachliegender Flächen und der Umwandlung leer stehender Immobilien in Wohnraum. Auch für die Kasseler Jägerkaserne wurde eine Machbarkeitsstudie erarbeitet. Die Stadt wolle von dieser Expertise profitieren, so Christof Nolda. Über die Bauland-Offensive und die damit verbundene treuhänderische Verwaltung des Projekts könnten größere innerstädtische Areale entwickelt werden.

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