Ermittlungen gegen JVA-Mitarbeiter

Beamter soll Handys in Wehlheider Knast verkauft haben

Kassel. Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt gegen einen Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt Kassel I wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz und Bestechlichkeit.

Nach Angaben von Dr. Götz Wied, Sprecher der Staatsanwaltschaft, besteht der Anfangsverdacht, dass der Mann, Handys und Ersatzdrogen in das Gefängnis an der Theodor-Fliedner-Straße über einen längeren Zeitraum geschmuggelt und an Gefangene verkauft haben soll.

Hier geht es zum pdf des Justizministeriums zum Thema Betäubungsmittelgesetz

Die Ermittlungen, die seit etwa vier Monaten laufen, stützten sich auf detaillierte Angaben eines Inhaftierten, sagt Wied. Demnach soll der Justizvollzugsbeamte seit Juli 2013 Handys und Drogen hinter Gittern verkauft haben. Dem Vernehmen nach soll der Mann internetfähige Smartphones im großen Stil in den Knast geschmuggelt haben. Gefangene sollen für solch ein Handy bis zu 600 Euro gezahlt haben.

Die Taschen der Mitarbeiter der JVA werden nur stichprobenartig kontrolliert. Bei einer Kontrolle am 1. September dieses Jahres, zu der sich die Staatsanwaltschaft nicht näher äußern will, ist der Mann dann offenbar aufgeflogen. Das Justizministerium in Wiesbaden bestätigt jedenfalls, dass der JVA-Beamte seitdem nicht mehr zum Dienst kommt. Ein Disziplinarverfahren sei eingeleitet, sagt Wolfgang Ommert, Sprecher im Justizministerium. Gegen ihn sei bislang das „Verbot des Führens der Dienstgeschäfte“ ausgesprochen worden. Zum Glück passiere es nur selten, dass JVA-Beamte in Verdacht gerieten, verbotene Dinge an ihren Arbeitsplatz zu schmuggeln, sagt Ommert.

Ein früherer Beamter der Justizvollzugsanstalt Butzbach war 2009 wegen Drogenhandels und Bestechlichkeit zu drei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden. In der JVA Kassel I gibt es 300 Bedienstete und aktuell 432 Inhaftierte.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

Rubriklistenbild: © dpa

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