Leerstand wird immer größer

Belgische Siedlung in Kassel: Zwölf Häuser stehen mittlerweile leer

Leerstand in bester Lage Wehlheidens: Laut Bundesanstalt für Immobilienaufgaben sind derzeit zwölf Einfamilienhäuser der Belgischen Siedlung nicht bewohnt. Foto:  Schachtschneider

Wehlheiden. Seit Jahren leben die Mieter der Belgischen Siedlung in der Ungewissheit, was aus ihren Häusern wird. 

Im Jahr 2012 hatte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), Eigentümerin der Siedlung, erstmals angekündigt, die 76 Häuser verkaufen zu wollen.

Nichts ist passiert, dafür wird der Leerstand aber immer größer. Derweil wundern sich nicht nur Bewohner der Siedlung, dass mehrere Häuser seit Jahren leer stehen. Ein Mann, dessen Bekannte in der Siedlung lebt, berichtet, dass ein Haus an der Adolfstraße seit acht Jahren keine Mieter mehr hat. Bis zu 100 Leute hätten seitdem bei seiner Bekannten geklingelt und gefragt, ob man das Haus in der Nachbarschaft mieten oder kaufen könne. Von der Bima hätten die Interessenten nie eine Antwort erhalten, sagt der Mann. „Ich kann das nicht nachvollziehen, wo es doch Wohnraummangel gibt.“

Zugeklebt: In diesen Briefkasten wurde offenbar schon lange keine Post mehr eingeworfen.

Derzeit stehen zwölf Einfamilienhäuser leer, sagt Bima-Mitarbeiter Thorsten Grützner. „Grundsätzlich stehen diese Häuser für eine Vermietung zur Verfügung. Aufgrund des baulichen Zustandes sind jedoch zuvor umfassende Renovierungs- bzw. Sanierungsmaßnahmen der Gebäude erforderlich.“ Die Bima bereite diese Arbeiten mit dem Ziel vor, dass sie 2017 zügig vorgenommen werden können. Einen genauen Zeitpunkt, wann die Häuser vermietet werden, könne man derzeit nicht nennen, so Grützner.

Dr. Johannes Werner, Vorsitzender der Mietervertretung der Belgischen Siedlung, findet es bedauerlich, dass so viele Häuser leer stehen. Dadurch gingen viele Mieteinnahmen verloren, die in die Sanierung der Siedlung gesteckt werden könnten. Laut Werner gibt es nämlich einen Sanierungsstau. In vielen Häusern müssten die Mieter gegen die Schimmelbildung kämpfen.

Neue Fenster in 2017

Aufgrund des Baujahres der Häuser entspreche die vorhandene Bausubstanz in Teilen nicht mehr heutigen Standards, sagt Grützner. Hier erfolge „sukzessive eine entsprechende Anpassung“. Weiterhin sei für 2017 geplant, in erforderlichem Umfang alte Fenster durch neue zu ersetzen.

Darüber hinaus halte die Bima an ihrer grundsätzlichen Verkaufsabsicht fest. „Da die Untersuchungen, die zur Vorbereitung einer Vermarktung notwendig sind, nach wie vor andauern, kann die Bima derzeit zu einem möglichen Beginn des Verkaufsverfahrens keine Aussage treffen“, so Grützner. Im Rahmen dieser Untersuchungen werde auch geprüft, ob die Siedlung nur im Gesampaket verkauft wird oder ob einzelne Häuser auch veräußert werden können. „Ein Ergebnis liegt hier noch nicht vor.“

Bislang hatte die Bima stets den Standpunkt vertreten, dass ein Einzelverkauf der Einfamilienhäuser nicht möglich sei. Sollte sich hier die Haltung ändern, würde das wohl einige Bewohner freuen, die laut Werner Interesse an dem Kauf haben. 

Digitalreportage zur Geschichte der Gartenstadt Auefeld und der Belgischen Siedlung

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