Bis Frühjahr 2017 sollen Eigentumswohnungen entstehen

Gräfestraße in Kassel: Bunker wird zum Wohnhaus

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Wohnen im Bunker: Im Kriegsbau an der Gräfestraße in Wehlheiden sollen zwölf Eigentumswohnungen entstehen.

Wehlheiden. Der 1941 errichtete Hochbunker an der Gräfestraße in Wehlheiden soll bis Frühjahr 2017 zu einem Wohnhaus mit zwölf Eigentumswohnungen umgebaut werden.

Dies sagte der Käufer der ehemaligen Bundesimmobilie, der Kasseler Insolvenzverwalter Dr. Fritz Westhelle, auf HNA-Anfrage. Er habe das Objekt als Privatmann erworben und wolle es in Wohnraum umwandeln. „Kurzfristig“ solle ein Bauantrag gestellt werden. Wenn alles glatt laufe, solle noch dieses Jahr mit den ersten Arbeiten begonnen werden.

Illustrationen zu dem Bauprojekt gibt es noch nicht, aber Westhelle hat bereits klare Vorstellungen: In dem fünfgeschossigen Bunker mit bis zu 1,80 Meter dicken Wänden aus Eisenbeton sollen auf vier Ebenen insgesamt acht Wohnungen entstehen. Zudem soll das Dach abgetragen werden, um das Gebäude um weitere anderthalb Geschosse mit nochmals vier Wohnungen zu erweitern. Der Bunker mit einer Gesamtraumfläche von gut 1200 Quadratmetern steht unter Denkmalschutz.

Die Stadt teilt mit, sie stehe in engem Kontakt mit dem Käufer beziehungsweise den beauftragten Architekten und begrüße die Nach- und Umnutzung bestehender Bunker. Der Bunker Gräfestraße habe aus historischen und städtebaulichen Gründen den Status eines Kulturdenkmals. „Für einen Baukörper dieser Art und Größe handelt es sich um eine dezente, wohnhausartige Anpassung an die umgebende gründerzeitliche Architektur“, so ein Stadtsprecher.

Der Bunker an der Gräfestraße ist der erste von insgesamt sechs Kasseler Hochbunkern, die von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) im Auftrag des Bundes verkauft werden.

Ebenfalls kurz vor dem Verkauf: Für den Hochbunker am Dormannweg in Bettenhausen gibt es bereits einen Höchstbietenden.

Kurz vor dem Eigentümerwechsel steht der bereits zum Verkauf angebotene Bunker an der Leipziger Straße/ Ecke Dormannweg in Bettenhausen. Dieser hat sechs Geschosse und zwei Meter dicke Wände aus Beton. Das Bieterverfahren ist bereits abgeschlossen, demnächst soll der Kaufvertrag unterzeichnet werden, teilt die Bima auf HNA-Anfrage mit. Den neuen Eigentümer will die Behörde nicht verraten.

Der Verkauf aller weiteren Bunker am Marienkrankenhaus, der Agathofstraße, der Ahrensbergstraße und der Hafenstraße wird von der Bima derzeit noch vorbereitet.

Wetterstation soll verkauft werden

Nicht nur von nicht mehr benötigten Bunkern will sich der Bund trennen. Auch die ehemalige Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes an der Heinrich-Schütz-Allee, nahe des Westfriedhofs, soll veräußert werden. Die Station war Ende 2013 nach Schauenburg-Elgershausen verlegt worden. Bevor das Grundstück an der Heinrich-Schütz-Allee angeboten wird, muss sich die Bima aber noch mit dem Vornutzer abstimmen. Dieser Prozess dauere noch an, sagte Bima-Sprecher Klaus Armbrecht auf HNA-Anfrage. Erst vor Kurzem hatte die Bima das ehemalige Bundesarbeitsgericht verkauft.

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