Lärmbelästigung

Dritter Bauabschnitt auf Opel-Gelände: Nachbarin klagt

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Hausbesitzerin befürchtet weitere Lärmbelästigung durch dritten Bauabschnitt: Auf dem ehemaligen Opel-Gelände wird derzeit ein Gebäude mit 40 seniorengerechten Wohnungen gebaut.

Wehlheiden. Der Baufortschritt ist nicht zu übersehen: Seit Sommer vergangenen Jahres wird auf dem ehemaligen Opel-Gelände in Wehlheiden wieder gebaut. Ärger ist im Gange: Nun läuft ein Eilverfahren wegen der Erteilung der Baugenehmigung.

Entlang der Schönfelder Straße werden 40 barrierefreie und seniorengerechte Wohnungen gebaut. Bauherr ist die Vibro-Gruppe aus Mönchengladbach, die bereits das Gesundheitszentrum und das Awo-Pflegeheim auf dem Areal gebaut hat.

Gegen den dritten Bauabschnitt gibt es bereits seit Jahren Protest aus der Nachbarschaft. Anwohner und Eigentümer befürchten, dass durch eine mehrgeschossige Bebauung eine Straßenschlucht entsteht, die zu mehr Lärmbelästigung führt. Inge Ruß-Aigner, der das gegenüberliegende Mehrfamilienhaus an der Schönfelder Straße 6 gehört, hat jetzt in einem Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht (VG) Kassel gegen die Stadt wegen der Erteilung der Baugenehmigung geklagt. Der nachbarschaftliche Schutz sei durch den Bau nicht umfänglich gewährleistet.

Ruß-Aigner vertritt die Ansicht, dass das Gebäude höher wird als im Bebauungsplan vorgesehen. Fass ohne Boden Der Richter des VG habe deshalb beiden Parteien bei der mündlichen Verhandlung im Dezember einen Vergleich vorgeschlagen. Der Bauherr sollte dafür eine Ausgleichssumme zahlen, sagt Ruß-Aigner. Das habe die Gegenseite aber abgelehnt. „Das wäre ein Fass ohne Boden geworden“, sagt Architekt Joachim Vogelsberg, der für die Planung und Entwicklung des Projekts zuständig ist.

Der Richter habe eine Summe von 25.000 Euro vorgeschlagen, die Klägerin habe 50.000 Euro gefordert, die Vibro-Gruppe 5000 Euro geboten. Wenn man sich darauf eingelassen hätte, hätten sicherlich weitere Anwohner der Schönfelder Straße geklagt und jeweils 25.000 Euro gefordert, sagt Vogelsberg. Stattdessen habe man die Planungen geändert. Die Traufhöhe (hier: der oberste Abschluss des letzten Vollgeschosses) sei reduziert und das Staffelgeschoss ist weiter zurückgesetzt worden. Die Traufhöhe sei 40 Zentimeter höher als im Bebauungsplan und das Staffelgeschoss näher zur Straße hin gewesen. Für beide Abweichungen vom Bebauungsplan habe es eine Befreiung von der Stadt gegeben.

Diese Befreiungen seien jetzt nicht mehr erforderlich. „Es gibt keine Abweichung vom Bebauungsplan mehr“, sagt Vogelsberg. Das habe man auch dem Gericht mitgeteilt, das nun über die Rechtmäßigkeit entscheiden werde.

Laut Vogelsberg wird der 4,5 Mio. Euro teure Bau wohl zweieinhalb Monate später als geplant fertig werden. Er rechnet damit, dass die Mieter im August/September dieses Jahres einziehen können. Diese Verzögerung habe aber nichts mit der Klage der Nachbarin zu tun, sondern mit dem Bodenaushub. Von den 11.000 Tonnen sei etwa die Hälfte stark belastet gewesen. Interessenten für die 40 Wohnungen gebe es auch schon reichlich, sagt der Architekt. „120 Bewerbungen liegen bislang vor.“

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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