Nach gescheiterter Sanierung

Heinrich-Heine-Straße: Stadt hat keinen Plan für die Buckelpiste in Kassel

Tiefe Schlaglöcher in der Heinrich-Heine-Straße in Kassel
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Tiefe Schlaglöcher: Die Heinrich-Heine-Straße, die Verbindung zwischen Wehlheiden und der Südstadt, gilt als eine der marodesten Straßen im Kasseler Stadtgebiet. Wann sie erneuert wird, ist nach wie vor unklar.

Die alten Linden stehen noch an der Heinrich-Heine-Straße. Die Schlaglöcher in einer der schlimmsten Kasseler Buckelpisten gibt es ebenfalls noch. Und damit werden sich nach Angaben der Stadt die Anwohner und Nutzer der Straße auch noch auf unabsehbare Zeit abfinden müssen.

Kassel - Eigentlich sollte die etwa ein Kilometer lange Heinrich-Heine-Straße bereits im Jahr 2019 erneuert werden. Doch den bevorstehenden Baustart verhinderte der Widerspruch der Schutzgemeinschaft Wald sowie der Protest weiterer Naturschutzverbände und einiger Anwohner gegen die für Anfang Februar geplante Fällung von 90 der insgesamt 132 Linden am Straßenrand. Wegen des Widerspruchs und der Kritik war es der Stadt nicht möglich, die Bäume noch außerhalb der Brutzeit zu fällen. So kündigte die Stadt Ende Mai 2019 an, die Planungen für die Sanierung und den Umbau der Allee zunächst nicht weiterführen zu wollen.

Seither herrscht Stillstand in der Heinrich-Heine-Straße. Auch deshalb wollte der dort wohnende CDU-Fraktionsvorsitzende Michael von Rüden jetzt in der Stadtverordnetenversammlung wissen, wann die Stadt Kassel die grundhafte Erneuerung der Straße plane. „Ist das Befahren überhaupt noch zumutbar?“, fragte von Rüden.

„Im Moment gibt es keinen Ansatz“, lautete die Antwort von Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) in der Sitzung. Die Heinrich-Heine-Straße stehe nicht mehr auf der Prioritätenliste, für ihre Erneuerung gebe es derzeit weder eine Planung noch eine Finanzierung. „Wir sind weit zurückgeworfen“, meinte Nolda.

2019 sollten die alten Linden wegen ihres schlechten Zustandes fallen. Heute heiße es, ihr Zustand wäre in Ordnung, berichtete Norbert Sprafke (SPD). Wie dieser Widerspruch zu erklären und der aktuelle Zustand tatsächlich sei, fragte er den Stadtbaurat. Nolda begründete die unterschiedliche Bewertung des Baumzustandes damit, dass es bei der Planung einer Straßenerneuerung eine andere Betrachtungsweise gebe als bei der Einschätzung einer akuten Gefahr bei Baumpflegemaßnahmen.

Eine akute Gefahr stellen die alten Linden demnach nicht dar. Vor der Sanierung 2019 hieß es, sie würden die nächsten Jahre nicht überstehen. Nach den damaligen Planungen sollte die Straßenerneuerung rund 4,5 Millionen Euro kosten. Eingeplant waren dafür rund 700 000 Euro öffentliches Fördergeld, das zumindest für dieses Straßenprojekt verloren ging.

Wann die marode Heinrich-Heine-Straße erneuert wird, bleibt rund zweieinhalb Jahre nach dem verhinderten Baustart ungewiss. Auch im aktuell diskutierten Haushaltsentwurf 2022 sind dafür keine Mittel vorgesehen.

(Andreas Hermann)

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