Graf-Bernadotte-Platz 

Bald Tarif für Kurzparker am Bundessozialgericht?

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Bald Tarif für Kurzparker am Bundessozialgericht?

Wehlheiden/West. Die Diskussion um die Parkraumbewirtschaftung des Graf-Bernadotte-Platzes ist fast zehn Jahre alt. Nun schlägt der Wehlheider Ortsbeirat der Stadt vor, einen Tarif für Kurzparker einzuführen.

Anwohner hatten sich schon vor zehn Jahren beschwert, der Parkplatzsuchverkehr nehme in ihrem Quartier zu, weil der Platz neben dem Bundessozialgericht nun Geld koste. An diesem Parkdruck zwischen IC-Bahnhof und Wittrockstraße habe sich seitdem nichts grundlegend geändert, hieß es nun im Ortsbeirat Wehlheiden.

Der Rückgang von Beschwerden sei auf einen gewissen Fatalismus der Bürger, nichts ändern zu können, zurückzuführen, meinte Ortsvorsteher Norbert Sprafke. Das Gremium unternimmt nun einen neuen Vorstoß, um das Problem zu entschärfen: Es schlägt vor, den für das Langzeitparken reservierten Bernadotte-Platz künftig auch für Kurzzeitparker zu öffnen. Außerdem will der Ortsbeirat wissen, wie die Stadt die aktuelle Parksituation im Wohnquartier im Umkreis des Rotes-Kreuz-Krankenhauses einschätzt und welches Verkehrskonzept sie dort verfolgt. 

Einig war man sich im Ortsbeirat, dass der Bernadotte-Platz trotz der Gebührenpflicht inzwischen gut als Parkplatz angenommen werde. Allerdings sei Autofahrern, die nur kurz etwas zu erledigen haben, kaum zu vermitteln, dass sie dort eine Langzeit-Gebühr entrichten sollen, meinte Klaus Hansmann (Grüne). Daher suche diese Gruppe lieber einen anderen Platz im Wohnquartier. Es müssten dort auch Plätze für Kurzparker zu niedrigeren Gebühren geschaffen werden. Das sehen die meisten übrigen Ortsbeiratsmitglieder ähnlich. Denn Jan Hörmann (CDU) stieß mit seinem Vorschlag, sich für die Aufhebung der Gebührenplicht auf dem Bernadotte-Parkplatz einzusetzen, auf Ablehnung. „Es ist unlogisch, die Bewirtschaftung abzuschaffen, wenn der Platz angenommen wird“, sagte Anke Bergmann (SPD). Marianne Hornung-Grove von den Grünen äußerte sich ähnlich.

Hörmann hatte argumentiert, die Bewirtschaftung des Bernadotte-Platzes sei seinerzeit nur eingeführt worden, um Einnahmeausfälle auf den Parkplätzen des Vorderen Westens durch die „Brötchentaste“ zu kompensieren. Da dieses  Gratisparken wegfallen soll, sei die Geschäftsgrundlage für eine Gebühr auf dem Bernadotte-Platz entfallen. Mit dieser Sichtweise stand Hörmann aber anscheinend allein da. 

Der Ortsbeirat will vom Magistrat außerdem wissen, wie weit die Pläne zur Verlegung des zentralen Busbahnhofs in Bad Wilhelmshöhe vorangekommen sind. Wehlheiden erhofft sich von der Verlagerung der Busse weniger Verkehrslärm und Staus, weil die Busse bisher auf ihrem Weg von und zur Autobahn den Stadtteil durchqueren. (pdi)

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