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Alte Jägerkaserne wird Wohnquartier: Stadt Kassel hat Areal vom Bund gekauft

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Von: Bastian Ludwig

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Hier soll das neue Wohn- und Gewerbequartier entstehen: Der Bereich Jägerkaserne I mit den historischen Kasernengebäuden. Die Freiflächen sollen bebaut werden. Im Hintergrund das Auestadion.
Hier soll das neue Wohn- und Gewerbequartier entstehen: Der Bereich Jägerkaserne I mit den historischen Kasernengebäuden. Die Freiflächen sollen bebaut werden. Im Hintergrund das Auestadion. © Andreas Fischer

Die Stadt Kassel hat ein Teilstück der ehemaligen Jägerkaserne in Wehlheiden vom Bund gekauft und will dies in den nächsten Jahren zu einem gemischten Quartier mit Wohnungen und Gewerbe entwickeln.

Kassel - Es handelt sich um die sogenannte „Jägerkaserne I“, also den Bereich, der am nächsten zur Frankfurter Straße liegt. Schon seit einigen Jahren verhandelt die Stadt mit dem Bund über den Ankauf des 4,5 Hektar großen Areals, das der Größe von sechs Fußballfeldern entspricht. Inzwischen wurde der Kauf besiegelt. Zum Kaufpreis gibt es keine Informationen.

Neben den Freiflächen – zu denen der ehemalige Exerzierplatz gehört – hat die Stadt auch fast sämtliche historischen und denkmalgeschützten Kasernengebäude auf dem Areal erworben. Lediglich ein Gebäude will der Bund weiter für die Bundeswehr als Karrierecenter nutzen. Ein weiteres Haus an der Ecke Frankfurter Straße/ Ludwig-Mond-Straße (Öko-Bauzentrum) ist in Privathand.

Noch liegt keine abschließende Konzeption vor. Zunächst sollen sich Ortsbeiräte und Bürger über ein öffentliches Beteiligungsverfahren einbringen können. Ziel ist es aber, dass in mehreren Bauabschnitten bis zu 150 Wohnungen entstehen sollen – davon 30 Prozent Sozialwohnungen. Im Innenbereich des Areals sind mehrere mehrgeschossige Neubauten vorgesehen. In einem der alten Kasernengebäude soll zudem eine städtische Kita eingerichtet werden. Die künftige Nutzung der historischen „Exerzierhalle“ ist noch nicht klar. Verschiedene Optionen mit „Strahlkraft für das Quartier“ würden geprüft, so ein Stadtsprecher.

Die Stadt treibt zwar die Planung für das Quartier nun voran, wird aber Bauträgern die Bebauung und Sanierung der Bestandsgebäude überlassen. Neben Wohnungsbaugesellschaften sollen vor allem Baugemeinschaften zum Zug kommen. Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) will „gezielt auch kleinere Investitionen ermöglichen“. Die Lage am Park Schönfeld sei sehr attraktiv und die Entwicklung des Areals eine „echte Chance für den Kasseler Süden“, so Nolda und Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) unisono.

Künftige Nutzung ist noch unklar: Die ehemalige Exerzierhalle auf dem Areal.
Künftige Nutzung ist noch unklar: Die ehemalige Exerzierhalle auf dem Areal. © Andreas Fischer

Die Verkehrsanbindung soll das neue Quartier über die Ludwig-Mond-Straße erhalten. Zudem soll eine Ringstraße das Innere des Areals erschließen.

Vorbereitend zum Bebauungsplanverfahren wurden von der Stadt im Herbst 2021 bereits vier Planungsbüros beauftragt. Sie erarbeiteten für die Bereiche Städtebau, Architektur, Freiraum und Verkehr erste Konzepte.

Dieses Areal wurde von der Stadt gekauft: Die Jägerkaserne mit den Freiflächen und der historischen Bebauung
Dieses Areal wurde von der Stadt gekauft: Die Jägerkaserne mit den Freiflächen und der historischen Bebauung © HNA

Die Jägerkaserne war bis Ende der 1960er-Jahre als solche genutzt worden. Anfang der 1970er-Jahre entwickelte sich dann eine gemischte Nutzung aus Dienstleistung, Wohnen, Gewerbe und Verwaltung. Mehrere Gebäude sind aber seit vielen Jahren leer stehend.

Am heutigen Dienstag, 19 Uhr, findet im Bürgersaal des Rathauses eine gemeinsame Ortsbeiratssitzung (Wehlheiden und Südstadt) statt. Auf dieser werden die Details der bisherigen Planungen vorgestellt. Um frühes Erscheinen wird gebeten, da die Sitzplätze auf 50 Personen begrenzt sind. (Bastian Ludwig)

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