1989 wurde Norbert Sprafke zum ersten Mal zum Ortsvorsteher Wehlheidens gewählt - er kämpft seitdem für ein Verkehrskonzept

Vor 25 Jahren kam er an die Spitze

Wurde vor 25 Jahren zum ersten Mal zum Ortsvorsteher in Wehlheiden gewählt: Der Sozialdemokrat Norbert Sprafke. Foto:  Koch

Wehlheiden. Als der Sozialdemokrat Norbert Sprafke 1989 zum ersten Mal zum Ortsvorsteher Wehlheidens gewählt wurde, da hatte er ein Ziel: Ein Verkehrskonzept für den mit Fahrzeugen hoch belasteten Stadtteil mit der wichtigen Nord-Süd-Verbindung sollte erstellt werden. 25 Jahre später kämpft der Ortsvorsteher immer noch für die Realisierung eines solchen Konzepts.

„Das haben wir nicht geschafft. Das ist eine offene Wunde“, sagt der 64-Jährige, der hauptamtlich Geschäftführer der Kasseler SPD ist. Ansonsten ist Sprafke, der nur zwischen 1993 und 1997 kein Ortsvorsteher war (damals verlor die SPD überraschend die Kommunalwahl) mit seiner Arbeit durchaus zufrieden. Die Errichtung der Bürgerräume Wehlheiden, die Sicherung der Jugendräume, die „stadtteilverträgliche Bebauung“ des ehemaligen Opel-Geländes an der Wilhelmshöher Allee, die Rettung der Kita Wehlheiden sowie die Modernisierung der Buchenaukampfbahn seien alles Projekte, die in seiner Amtszeit erfolgreich abgeschlossen worden seien.

Wer so lange an der Spitze eines Ortsbeirats steht (länger ist nur Eberhard Fedon aus Oberzwehren im Amt, 29 Jahre), der „kann nicht mehr als normaler Bürger durch den Stadtteil gehen“, weiß Sprafke. Oft wird er angesprochen. Nicht nur in Wehlheiden. Die Resonanz sei überwiegend positiv, aber es komme auch vor, dass er anonyme Briefe mit Beschimpfungen bekomme.

Recht kontrovers wird mitunter auch im Ortsbeirat gestritten: Auf der einen Seite SPD und Grüne, die bereits seit 1981 in Wehlheiden kooperieren, auf der anderen Seite die CDU. Da werden dem Gegner auch schon mal in kämpferischen Beiträgen Ideologien vorgeworfen. Das schließe einen gemeinsamen Lokalbesuch im Anschluss aber nicht aus.

„In der Sitzung fahren wir gern miteinander Schlitten, danach freuen wir uns aber auch auf unsere gemeinsame Bootsfahrt.“

Norbert Sprafke

„In der Sitzung fahren wir gern miteinander Schlitten, danach freuen wir uns aber auch auf unsere gemeinsame Bootsfahrt“, sagt Sprafke. Christdemokrat Jan Hörmann ist schließlich auch Freizeit-Kapitän und lädt ein Mal im Jahr auf sein Boot ein.

Auch wenn es bei Fragen der Verkehrspolitik unter den Wehlheider Parteien Konflikte gibt, so vertritt Sprafke die Ansicht, dass alle Ortsbeiratsmitglieder nur das Beste für den Stadtteil im Sinn haben.

Bei der Kommunalwahl 2016 will Sprafke zum letzten Mal für den Ortsbeirat kandidieren. Sollte er erneut gewählt werden, strebt er aber an, nach der Hälfte der Amtszeit die Geschäfte in die Hände eines jungen Nachfolgers zu legen. Er habe auch schon jemanden im Blick und hoffe, dass sein Wunschkandidat nicht aus Wehlheiden wegziehe. Das sei nämlich bei zwei früheren möglichen Nachfolgern, die er sich ausgeguckt hatte, geschehen.

Schließlich müssten junge Leute immer flexibler und mobiler werden. Aufgrund dieser Tatsache, des demographischen Wandels und der immer geringer werdenden Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren, tritt Sprafke dafür ein, die Struktur der Ortsbeiräte zu ändern. Entweder müsse die Zahl der Mitglieder reduziert oder Beiräte müssten zusammengelegt werden, sagt der 64-Jährige.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.