Häftling soll Chef des Sicherheitsdienstes 24 sein

Verdacht der Bestechlichkeit: Schmuggelte Beamter Handys in JVA Kassel?

Die JVA in Wehlheiden. 

Kassel. Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt gegen einen Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt Kassel I wegen des Verdachts der Bestechlichkeit.

Das bestätigte Oberstaatsanwalt Dr. Götz Wied, Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel.

Dem Beamten wird vorgeworfen, Gegenstände für einen Insassen ins Gefängnis geschmuggelt zu haben. Laut Wied soll es sich unter anderem um Handys gehandelt haben.

Der HNA liegen Informationen vor, dass es sich bei dem Häftling, der den Beamten bestochen haben soll, um den 36-jährigen Chef des insolventen Sicherheitsdienstes 24 GmbH aus Vellmar handelt. Er sitzt bereits seit Dezember 2016 in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft hat gegen ihn Anklage wegen Steuerhinterziehung und Sozialversicherungsbetrug erhoben.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft äußerte sich nicht dazu, ob es sich bei dem Inhaftierten um den 36-Jährigen handelt. Man werde auch nichts zu den Gegenleistungen sagen, die der Bedienstete von dem Inhaftierten erhalten haben soll. Wied bestätigte nur, dass es Hinweise auf die Bestechung gegeben habe und dass sich der Mitarbeiter zu den Vorwürfen geäußert habe.

Der Mann war am Montag auf dem Weg zur Nachtschicht, als er gegen 22 Uhr vom Mobilen Einsatzkommando vor dem Gefängnis auf der Theodor-Fliedner-Straße vorläufig festgenommen wurde.

Man könne sich zu dem konkreten Fall nicht äußeren, sagt René Brosius, Sprecher des Justizministeriums. Nur so viel: Es seien dienstrechtliche Schritte eingeleitet worden. Das bedeutet wohl, dass der Mann suspendiert worden ist. Laut Brosius handelt es sich um „absolute Ausnahmefälle“, dass sich JVA-Bedienstete von Gefangenen bestechen lassen.

Im März 2017 waren zwei frühere JVA-Beamte in Frankfurt wegen Bestechlichkeit verurteilt worden. Sie hatten Häftlinge mit Hackfleisch und Getränken versorgt und dafür Geld sowie Eintrittskarten für Fußballspiele erhalten.

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