Arbeiten werden zehn Jahre dauern

Baustart am Gefängnis: JVA Wehlheiden wird für 100 Millionen Euro saniert

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JVA Wehlheiden aus der Luft: Eine der größten hessischen Anstalten wird für 100 Millionen Euro saniert. 

Der Startschuss für die Sanierung der Justizvollzugsanstalt Kassel I in Wehlheiden ist gefallen. Zum ersten Mal überhaupt wird sie grundsaniert - und das die nächsten zehn Jahre. 

Auf einer großen Infotafel an der Windmühlenstraße erfahren die Menschen, dass das im Jahr 1882 gebaute Gefängnis nach über 136 Jahren Betrieb zum ersten Mal grundsaniert werden soll. Das Land Hessen wird in die Sanierung der JVA Kassel I innerhalb der nächsten zehn Jahre bis zu 100 Millionen Euro investieren. Das Gefängnis, in dem über 300 Mitarbeiter beschäftigt sind, hat insgesamt 508 Haftplätze. Damit ist es eine der größten Justizvollzugsanstalten in Hessen.

Die Mitarbeiter hätten viele Jahre darauf gewartet, dass die JVA endlich saniert werde, so Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU), die zur Aufstellung des Bauschilds erschienen war. Die Sanierung sei auch eine Maßnahme, um weitere Mitarbeiter für die JVA zu rekrutieren. Natürlich profitierten auch die Inhaftierten. Künftig soll es auch Gemeinschaftsräume mit Küchenzeilen und Freizeiträume in der sternförmigen Anstalt geben, deren historische Struktur aber erhalten bleibt.

Eine der ersten Arbeiten, die noch in diesem Jahr erfolgen sollen, sei die Kampfmittelsondierung auf dem Areal. Im Frühjahr 2019 soll dann eine drei Meter hohe Sicht- und Lärmschutzwand entlang der Windmühlenstraße errichtet werden. Diese rund 80 Meter lange Mauer, die begrünt wird, soll die Anwohner vor Belästigungen durch die Baustelle, die immerhin zehn Jahre bleiben wird, schützen. Die Bäume könnten hier stehen bleiben, so die Ministerin. Gleichzeitig soll die Baustellenzufahrt an der Windmühlenstraße eingerichtet werden. Es sei damit zu rechnen, dass schon demnächst die ersten Baufahrzeuge kämen.

Sitzt seine lebenslange Freiheitsstrafe in der Sozialtherapeutischen Anstalt in Kassel ab: Der "Kannibale von Rotenburg" bleibt auch nach 15 Jahren in Haft.

Sind alle Vorarbeiten erledigt, soll ab Mitte 2020 die eigentliche Sanierung starten. Die vier Flügel der JVA Kassel I, in denen sich die Zellen befinden, sollen etappenweise saniert werden. Begonnen wird 2020 mit dem Haupthafthaus B, dann folgen die Flügel C, A und D. Während der Flügel B saniert wird (natürlich ist er während dieser Zeit nicht belegt), wird das Haus mit weiteren mobilen Mauern vom Rest des Gefängnisses abgeschottet. Die Häftlinge sollen keine Gelegenheit bekommen, auf die Baustelle zu gelangen beziehungsweise Kontakt mit Bauarbeitern aufzunehmen. Am Ende der Arbeiten soll das alte Wirtschaftsgebäude saniert beziehungsweise durch einen Neubau ersetzt werden.

„Wir freuen uns, dass es gelungen ist, die Kosten für die Sanierung in den Haushalt aufzunehmen. Das ist für die Bediensteten und Inhaftierten gut“, so Jörg-Uwe Meister, Leiter der JVA Kassel I. Durch die Sanierung werde die Anstalt einen „qualitativen Sprung“ machen. Es sei gut, dass die Bedingungen für alle Seiten verbessert würden“, sagt Anstaltsbeirat Dogan Aydin.

JVA Wehlheiden - Adresse

JVA Kassel - Besuchszeiten

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