Lehrschwimmbecken an Hupfeldschule soll saniert werden

Initiative kämpft um das Schulbad in Wehlheiden

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Völlig marode: Das zwölf Meter lange Lehrschwimmbecken an der Hupfeldschule wurde vor drei Jahren geschlossen. Die Stadt sagt, dass sie derzeit kein Geld für eine Sanierung hat, die über zwei Millionen Euro kosten würde.   

Kassel. Eine Initiative fordert die Sanierung des Lehrschwimmbeckens an der Hupfeldschule in Wehlheiden. Die Stadt sagt, dass dafür derzeit kein Geld vorhanden ist.

Weil es völlig marode ist, wurde vor drei Jahren das Lehrschwimmbecken an der Hupfeldschule in Wehlheiden geschlossen. Seitdem gab es immer wieder Forderungen vom Ortsbeirat und Parteien, dass das Schwimmbad, in dem Generationen das Schwimmen gelernt haben, zu sanieren. Jetzt gibt es einen weiteren Vorstoß: Schwimmvereine, der Elternbeirat und der Förderverein der Hupfeldschule sowie Ortsvorsteher Norbert Sprafke (SPD) fordern die Stadt auf, das Bad aus den 1950er-Jahren zu sanieren. Ansonsten könnten nicht mehr alle Kinder in Kassel schwimmen lernen.

Nach Angaben von Birgit und Norbert Kistner, die beide im Vorstand des Kasseler Schwimm-Vereins sind, gibt es in der Stadt zu wenige Lehrschwimmbecken, die für Anfänger geeignet sind. Die Vereine könnten im Lehrschwimmbecken des Auebads keine Zeiten buchen, so Birgit Kistner. Derzeit könne man Schwimmkurse für Anfänger nur im Lehrschwimmbecken des Wilhelmsgymnasiums (WG) geben. „Wir haben eine Warteliste von 85 Kindern, die schwimmen lernen wollen.“

Die Grundschüler der Hupfeldschule müssen zum Schwimmunterricht auch das WG aufsuchen. Wegen des Weges bedeute das in der Praxis, dass die Kinder tatsächlich nur 15 Minuten im Wasser verbringen, kritisiert Iris Simon-Buhl, Vertreterin des Fördervereins und des Elternbeirats. Wenn das zwölf Meter lange Becken saniert würde, profitierten auch Kinder der benachbarten Schulen davon. Es sei wichtig, dass Kinder das Schwimmen in der Schule lernten.

Debatte im maroden Bad: (von links) Ortsvorsteher Norbert Sprafke sowie Norbert und Birgit Kistner (Kasseler Schwimm-Verein) im Gespräch mit Axel Jäger, Leiter des Hochbauamts.

Viele berufstätige Eltern hätten keine Zeit, ihre Kinder in Schwimmkurse zu bringen. Zudem könnten es sich manche Familien nicht leisten, ihre Kinder in Schwimmvereine zu schicken, so Simon-Buhl. Ortsvorsteher Sprafke argumentiert, dass es in Wehlheiden künftig 200 Grundschüler mehr gebe. Damit verschärfe sich die Lage des Schulschwimmsports.

Der Stadt Kassel ist die Sanierung des Lehrschwimmbeckens nach wie vor zu teuer. „Grob geschätzt würde eine Sanierung mindestens 1,6 Millionen Euro kosten“, so Stadtsprecher Michael Schwab. Hinzu kämen die Kosten für die Sanierung der Gebäudehülle (Dach und Fassade), was mindestens eine weitere Million Euro kosten würde.

Bei einem Ortstermin machte Axel Jäger, Leiter des Hochbauamts, deutlich, wie marode das Schulbad ist. Die Schwimmbadtechnik müsste komplett erneuert werden. Dafür müsse auch ein neuer Anbau errichtet werden. Eine den heutigen Gesetzen, Normen und Vorschriften entsprechende neue Technik lasse sich in dem vorhandenen Technikraum schon aus Platzgründen nicht mehr einbauen. Zudem sei die Schwimmbaddecke, in die die Heizung integriert sei, so marode, dass die Statik beeinträchtigt ist. Da diese aber nur eine Zwischendecke ist, kann die darüber liegende Sporthalle weiter benutzt werden.

Das sagen die Städtischen Werke

Die Stadt habe den Städtischen Werken als Betreiberin der Bäder ganz klar zwei Aufgaben gegeben: Bäder sowohl für die Bevölkerung als auch für Schulen und Vereine bereitzustellen, sagt Pressesprecher Ingo Pijanka. Wenn man die Belegunspläne für das Auebad und das Hallenbad Süd betrachte, werde deutlich, dass diese Aufgaben erfüllt werden. Die Schulen haben demnach jeden Tag Reservierungen im Lehrschwimmbecken des Auebads. Im Hallenbad Süd gibt es Reservierungen im Nichtschwimmerbecken für Schulklassen an drei Tagen. Hinzu komme, dass auch in den Freibädern in Harleshausen und Bad Wilhelmshöhe Schwimmkurse angeboten werden. Wer bei diesem wirklich ungewöhnlichen guten Angebot in Kassel – zwei Freibäder, ein kombiniertes Hallen- und Freibad und ein Hallenbad – meckere, der habe keine Ahnung, wie es in anderen Städten dieser Größe bestellt ist. „Wir haben in Kassel dann des Willens und dank der Entscheidungen der Stadt Kassel eine Bäderlandschaft auf allerhöchstem Niveau, das man andernorts lange suchen muss“, so Pijanka.

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