Von Künstler David Schmidt

Linde, die immer grün ist: Neues Gemälde an Wilhelmshöher Allee in Kassel

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Vor seinem Kunstwerk: Künstler David Schmidt hat die GWH-Fassade an der Wilhelmshöher Allee gestaltet.

Kassel ist um ein Kunstwerk reicher: An der Wilhelmshöher Allee gibt es jetzt ein neues Gemälde an einer Hauswand.

Ein Mädchen, das sehnsuchtsvoll unter einer Linde sitzt, den Blick in die Ferne gerichtet. Passanten fragten sich zuletzt, was es mit der jungen Frau auf sich hat.

Diese Frage kann das Mädchen allerdings nicht selbst beantworten. Denn es ist nicht real, sondern Teil eines Gemäldes, mit dem Künstler David Schmidt „Jackules“ die Fassade der GWH-Immobilie an der Wilhelmshöher Allee/Ecke Hupfeldstraße gestaltet hat.

„Wir haben nach einem Märchen gesucht, in dem eine Linde vorkommt“, beantwortet Christian Wedler, GWH-Bauprojekte-Geschäftsführer, die Frage. „Dabei sind wir auf das Grimmsche Märchen ,Die wahre Braut' gestoßen. Unsere Linde ist allerdings im Gegensatz zu den Linden an der Wilhelmshöher Allee immer grün“, sagt Wedler. 

Hingucker: Das Märchenzitat zieht sich über die Ecke des Wohnhauses. 

„Auch das Gießen können wir uns zum Glück sparen.“ Die Linde soll eine Verbindung zwischen den beiden Kasseler Weltkulturerben, Bergpark und Grimmsche Märchen, sein – so wie die Linden an der Wilhelmshöher Allee zukünftig den Bergpark und das Stadtzentrum verbinden.

Zitat neben Linde

Neben der Linde ziert die Hausecke jetzt ein Zitat aus dem Märchen, das die Hirtin zu einem Kälbchen sagt: „Kälbchen, Kälbchen, knie nieder, vergiß nicht deine Hirtin wieder, wie der Königssohn die Braut vergaß, die unter der grünen Linde saß.“ Auf der Hauswand zur Hupfeldstraße hin sind die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm zu sehen.

Von David Schmidt sind schon einige Wandbilder im Stadtgebiet zu sehen – unter anderem in den Gleisaufgängen am Bahnhof Wilhelmshöhe. Für die GWH hat er bereits zwei Wandbilder an der Wilhelmshöher Allee gemalt. Eins ist in Höhe der Virchowstraße, das andere in Höhe der Baunsbergstraße zu sehen. Das jetzt entstandene Bild ist allerdings das erste mit einem Märchenmotiv. Weitere Bilder sind nicht geplant, auch weil die Genehmigung schwieriger geworden ist, seit die Wilhelmshöher Allee zum Weltkulturerbe zählt, so Wedler.

Vor der Silhouette der Brüder Grimm: (von links) Georg Christ, Christian Wedler und Andreas Meck.

Etwas über zwei Wochen hat David Schmidt an der Gestaltung der Wand gearbeitet. Unterstützung hat er dabei vom Künstler Marcel de Medeiros bekommen. Für den Gerüstbau waren Georg Christ und Andreas Meck vom Malerbetrieb Christ aus Schauenburg zuständig.

Das Märchen "Die wahre Braut"

Das Märchen „Die wahre Braut“ handelt von einem Mädchen, das von seiner Stiefmutter mit immer schwereren Aufgaben gequält wird. Immer wieder kommt, während das Mädchen schläft, eine alte Frau, um ihm zu helfen. 

Als die Stiefmutter durch einen Sturz stirbt, verlobt sich das Mädchen mit dem Königssohn. Als dieser das Einverständnis für die Hochzeit von seinem Vater einholen will, verschwindet er. Das Mädchen wartet traurig unter einer Linde auf den Königssohn. Einige Jahre lebt sie als Hirtin. Zweimal reitet ihr Geliebter, der eine andere Königstocher heiraten will, an ihr vorbei, aber er scheint sie vergessen zu haben. Auf dem Fest erkennt er das Mädchen endlich wieder und heiratet im Anschluss „Die wahre Braut“.

Meher Infos: https://www.jackules.de/

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