Verein setzt jetzt auf Feierlichkeiten mit externen Caterern

Kein Restaurantbetrieb mehr im Schlösschen Schönfeld 

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Nur noch für Events zu buchen: Das Restaurant im Schlösschen Schönfeld wird nicht mehr neu verpachtet.

Im Schlösschen Schönfeld wird es keinen öffentlichen Restaurantbetrieb mehr geben. Stattdessen will der Trägerverein die Gesellschaftsräume im Haus verstärkt für Hochzeiten und andere Feierlichkeiten vermarkten.

Kassel – Dabei haben Auftraggeber die Wahl zwischen fünf externen Caterern, die solche Veranstaltungen bewirten und dafür die Restaurantküche nutzen. Das neue Angebot werde bereits gut nachgefragt, teilten Vorstands- und Beiratsmitglieder mit.

In den 27 Jahren seit seiner Sanierung war das Schlösschen als Standort gehobener Restaurants bekannt. Doch immer wieder hatte der Trägerverein Probleme mit den Pachtverhältnissen – zuletzt im Mai, als der letzte Pächter Patrik Michel wegen finanzieller Probleme aufgab. Auch für die Restaurantbetreiber war es stets ein Spagat, die internen gastronomischen Anforderungen der Clubmitglieder zu erfüllen und zugleich genügend externe Gäste zu finden.

Kassel: „Kein einziger hat sich gemeldet“

Nach Michels Weggang hatte der Verein das Lokal monatelang zur Neuverpachtung ausgeschrieben. „Aber kein einziger hat sich gemeldet“, berichtet Vereinspräsident Claus-Rüdiger Bauer. Daher habe man mithilfe von Mitgliedern aus der Branche ein neues Konzept entwickelt – auch, um in Sachen Bewirtung „wieder in ein ruhigeres Fahrwasser zu kommen“.

Dieses Modell hat zwei Säulen: Damit Clubmitglieder und ihre Gäste mittags und abends im Schlösschen speisen können, wurde ein hauseigener Koch eingestellt. Giovanni Rondinone hat in bekannten Kasseler Lokalen wie „La Cantina“ und „Rossini“ gearbeitet und sorgt gemeinsam mit Clubmanager Lorenzo Zimolo für ein ansprechendes, internes Menü-Angebot.

Kassel: Essenslieferanten sorgen künftig für Menüs 

Wer das Restaurant oder die herrschaftlichen Säle im Haus für private Feiern, Tagungen und ähnliches mieten will, kann sich auf der Website des Vereins – je nach Geschmack und Budget – einen der folgenden Essenslieferanten aussuchen: die Restaurantteams der Hotels Gude und Steinernes Schweinchen, den „Grischäfer“, die Genussmanufaktur Gari-Baldi sowie die „Fliegenden Köche“, die Anfang 2020 auch ihre Menü-Abend-Reihe „Amy’s Weinhaus“ mit prominenten Gastköchen im Schlösschen veranstalten werden. Alle Caterer wickeln die Raummiete direkt mit dem Verein Schloss Schönfeld ab.

Info: verein-schloss-schönfeld.com

Hintergrund: Viele Jahre lang eine kulinarische Top-Adresse in Kassel

Viele Jahre war das Restaurant im Schloss Schönfeld eine erste Adresse in Kassel. Nach der Sanierung 1992 hatte der Trägerverein den renommierten Küchenchef Hermann Krasenbrink geholt. Die Familie führte das Restaurant 19 Jahre – mit zeitweise hohen Bewertungen in Gastro-Führern, doch zuletzt waren die wirtschaftlichen Schwierigkeiten drückend.

Der Verein löste den Pachtvertrag schließlich auf und holte ab 2012 Eduard Jaisler als Küchenchef. Der bot im Schlösschen ebenfalls hochklassige, viel beachtete Kochkunst, doch am Ende hat es klimatisch nicht funktioniert zwischen Jaisler und den Hausherren vom Verein. Man trennte sich Ende 2016. Als neuer Pächter kam Patrik Michel. Der junge Gastronom trat etwas weniger exklusiv an als seine Vorgänger. Er hielt gut zwei Jahre durch, bis er in die Insolvenz rutschte und sein Restaurant im Mai Knall auf Fall schloss. Einige gebuchte Hochzeitsveranstaltungen platzten kurzfristig zum Ärger der Betroffenen.

VON AXEL SCHWARZ

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