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Klinikkonzern Helios startet Sanierung des früheren Rotkreuz-Krankenhauses

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Von: Axel Schwarz

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Heilstätte mit Altbau-Charme: Die Erfordernisse des Denkmalschutzes stellen die Sanierer des 105 Jahre alten Krankenhaus-Kerngebäudes in Wehlheiden vor teils schwierige Aufgaben.
Heilstätte mit Altbau-Charme: Die Erfordernisse des Denkmalschutzes stellen die Sanierer des 105 Jahre alten Krankenhaus-Kerngebäudes in Wehlheiden vor teils schwierige Aufgaben. © Axel Schwarz

Der Helios-Konzern steckt 43 Millionen Euro in den 105 Jahre alten Krankenhausbau, um bauliche Defizite zu beseitigen und alles auf den neuesten Stand zu bringen. Die Sanierung soll bis Ende 2026 dauern.

Kassel – Im ehemaligen Rotkreuz-Krankenhaus hat der Klinikträger Helios mit einem umfassenden Sanierungsprogramm begonnen, um bauliche Defizite zu beseitigen und das Haus in allen Bereichen aktuellen Erfordernissen anzupassen. Bis Ende 2026 wird die Modernisierung im laufenden Betrieb dauern. Die Planungen wurden in einer Versammlung jetzt dem Klinikpersonal vorgestellt.

Im Herbst 2021 hatte Helios das finanziell angeschlagene Krankenhaus aus einem Insolvenzverfahren heraus übernommen und eine drohende Schließung aufgrund baulicher Mängel vorerst abgewendet. Vor allem der 105 Jahre alte Kernbau aus der Ära von Klinikgründerin Sophie Henschel muss dringend ertüchtigt werden.

Vom gesamten Sanierungsbudget in Höhe von 53 Millionen Euro seien 43 Millionen allein für bauliche Maßnahmen eingeplant, erläuterte Karl Heinrich De Roi, Geschäftsbereichsleiter Infrastruktur beim Helios-Konzern. Die Aufgabe, Vorgaben des Denkmalschutzes mit medizinischen und gesundheitsbehördlichen Erfordernissen zusammenzubringen, sei angesichts des Zeit- und Handlungsdrucks wesentlich komplizierter als ein Klinik-Neubau auf der grünen Wiese. Es sei dank der Einmütigkeit aller Beteiligten dennoch „in Rekordzeit“ gelungen, für die Ertüchtigung der Wehlheider Klinik einen Fahrplan auf die Beine zu stellen, sagte De Roi.

Das soll im Einzelnen in der nächsten Zeit passieren:

Klinikgebäude: Mit entsprechenden Umbauarbeiten im Altbau haben die Sanierer bereits begonnen, behördliche Brandschutzauflagen umzusetzen. Das ist eine Aufgabe, die mit am meisten drängt. Ebenfalls läuft schon die Modernisierung des hausinternen IT-Netzes. In der Klinikküche stehen im Lauf des Jahres Umbauten an.

Durch bauliche und organisatorische Änderungen im Erdgeschoss soll 2023 außerdem die Patientenaufnahme neu organisiert werden. An der Virchowstraße entsteht dafür ein neuer, rund um die Uhr geöffneter Patientenzugang. Der Haupteingang an der Hansteinstraße wird dann künftig nachts geschlossen.

Patientenzimmer: Die Patientenzimmer sollen deutlich größer werden, mit einer Zwei-Bett-Belegung als Standard. Mit insgesamt gut 270 Betten werde die bisherige Kapazität der Klinik annähernd gleich bleiben, hieß es von Helios. Neu eingeführt werde eine separate Privatklinik-Station mit 13 Betten. Die Sanierung der Stationsbereiche beginnt dieses Jahr im Altbauflügel an der Ecke Hanstein- und Pettenkoferstraße.

Medizinische Bereiche: Parallel zum Einstieg in die Bauarbeiten läuft die Erweiterung des medizinischen Angebots: Ein neuer Überwachungsstützpunkt samt „Stroke Unit“ für Schlaganfallpatienten soll im Februar in Betrieb gehen, für Mai steht der Start eines Herzkatheterlabors bevor. Die OP-Bereiche sollen zu einem späteren Zeitpunkt umgebaut werden.

Motto: Zurück zu alter Stärke

In Kassels gut besetzter Kliniklandschaft will der Helios-Konzern laut dessen medizinischem Berater Dr. Olaf Kannt an den traditionell guten Ruf des früheren Rotkreuz-Krankenhauses anknüpfen und „das Haus zu früherer Bedeutung und Stärke zurückführen“.

Mithilfe zusätzlicher Angebote solle die „Medizin des älteren, komplex kranken Menschen“ und die Stärkung von familiärem Zusammenhalt im Vordergrund stehen.

Nachdem die Klinik zuletzt einen Aderlass ärztlichen und pflegerischen Personals verkraften musste, sieht es Kannt als Etappen-Erfolg, dass inzwischen wieder alle Chefarztpositionen besetzt sind.

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