Einbrecher stahlen Artikel im Wert von 30.000 Euro

Nach Einbruch: Geht Kasseler Tauchgeschäft "Unterwasserladen" unter?

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Leere Garderobe: Hier haben die Einbrecher zugeschlagen. Insgesamt wurde Ausrüstung im Wert von 30.000 Euro gestohlen.

Wehlheiden. Seit fast 40 Jahren gibt es den Tauchladen an der Wilhelmshöher Allee. Nun steht dieses Domizil für Tauchfreunde vor dem Aus. Schuld daran sind Einbrecher.

Machteld Vorwerk ist eine Lebenskünstlerin. Die gebürtige Niederländerin hat schon viele Herausforderungen gemeistert: Von der Lehrerin zur Maskenbildnerin beim Musical „Phantom der Oper“ und von der Oper nach Ägypten, wo sie als Tauchlehrerin arbeitete, bis sie schließlich der Liebe wegen in Kassel landete und 1998 den Unterwasserladen übernahm. 

In der Nacht vom 3. auf den 4. Oktober räumten Kriminelle Waren im Wert von 30.000 Euro aus dem Geschäft an der Wilhelmshöher Allee 171. Zuvor hatten sie die Hintertür aufgebrochen. Taucheranzüge, Flossen, Masken, Tauchcomputer, Lampen und Messer nahmen sie unter anderem mit.

Ein Einbruch nach Auftrag?

„Ich gehe davon aus, dass es ein Auftragseinbruch war“, sagt die passionierte Taucherin. Denn von der Ausrüstung seien gezielt nur bestimmte Marken gestohlen worden – andere, zum Teil teurere Artikel, seien liegengelassen worden. „Vielleicht will sich irgendwo jemand im Ausland eine Tauchbasis einrichten“, sagt Machteld Vorwerk, die die meisten nur als Maggie kennen.

Eine Versicherung hat Vorwerk nicht. „Diese wäre mit zu großen Auflagen verbunden gewesen. Ich hätte die gesamte Schaufensterfront vergittern lassen müssen. Das wäre mir schlicht zu teuer geworden“, sagt sie.

Nun steht sie mit dem Rücken zur Wand. „Das ist eine harte Nummer.“ Mit ihr blicken ein Angestellter und ein Auszubildender in eine ungewisse Zukunft. Ein Lichtblick ist eine Spendenaktion, die das BNI Unternehmerteam Herkules-Kassel ins Leben gerufen hat. Innerhalb von zwei Tagen sind mittels einer Crowdfundig-Aktion schon 2000 Euro zusammengekommen. Um weitermachen zu können, benötigt Vorwerk 15.000 bis 20.000 Euro.

Bis auf Weiteres will die trotz allem lebensfroh dreinblickende Niederländerin das Geschäft normal öffnen. „Aus dem Mietvertrag komme ich sowieso nicht so schnell raus.“ So bietet sie auch in diesen Tagen das volle Sortiment an. Mit den Lieferanten hat sie andere Zahlungsbedingungen vereinbaren können.

Seit 1978 gibt es den Unterwasserladen in Kassel

Sollte der Unterwasserladen schließen, wäre eine Ära beendet. Bereits 1978 eröffnete das Geschäft an der Kunoldstraße in Wilhelmshöhe. 2003 kam der Umzug an die Wilhelmshöher Allee. Über 5000 Kunden hat Vorwerk in ihrer Kartei. Weil sie inzwischen den einzigen Laden für Unterwasserbedarf weit und breit führt, kommen die Kunden auch von Marburg und Göttingen. „Früher gab es in Kassel mal sechs Taucherläden, wir sind übrig geblieben“, erzählt Vorwerk. Besonders gerührt ist sie von der Hilfsbereitschaft der Unternehmergruppe, bei der sie nur zweimal zu Gast war. „Die haben das aus eigenem Antrieb initiiert.“

Spendenaktion

Wer für den Erhalt des Unterwasserladens spenden möchte, kann dies im Internet über folgende Crowdfunding-Plattform tun: www.leetchi.com

Das sagt die Polizei

"Konkrete Hinweise auf einen Täter liegen bislang nicht vor. Wir konnten allerdings Spuren am Tatort sichern, deren Auswertung noch andauert. Wir bitten weiterhin Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder denen Teile der Beute angeboten wurden bzw. werden, sich bei der Kasseler Polizei unter 0561/ 9100 zu melden", sagt Polizeisprecher Torsten Werner.

Hier befindet sich der Unterwasserlanden

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