Scharfe Kritik von CDU und FDP: "Risiko für Region"

Nach Rückbau-Vorschlag der Willi-Allee: Rücktritt von Nolda gefordert

Blick vom Schloß Wilhelmshöhe (Bergpark) am 07.06.2015 auf die Stadt Kassel Richtung Innenstadt. Bildmotiv von Pia Malmus, Foto.

Kassel. Für die CDU fährt Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) einen „Harakiri-Kurs in der Verkehrspolitik, die FDP sieht in Nolda ein „Risiko für die gesamte Region“.

Sie fordert Noldas Rücktritt. Die SPD erklärt, für Nolda und die SPD sei die öffentliche Meinung wichtig. Für die Grünen liegt das Thema eines Rückbaus der Wilhelmshöher Allee „noch in weiter Ferne“.

So reagierten am Donnerstag die Parteien auf unseren Bericht über den Willen von Stadttbaurat Christof Nolda, die Wilhelmshöher Allee in weiten Teilen von vier auf zwei Spuren zurückzubauen.

Die SPD erklärt: „Verkehrspolitik interessiert die Öffentlichkeit, und so richten wir unsere Politik aus.“ Die Stadt Kassel beteilige die Bevölkerung schon während der Planungen, sagt Christian Knauf, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion.

Die SPD achte insbesondere darauf, dass „alle Verkehrsteilnehmer gleichermaßen in den Plänen berücksichtigt werden.“ Christof Nolda scheue sich nicht, Themen anzupacken und versuche, nachhaltige Poltik zu betreiben. Dies schätze die SPD am Stadtbaurat.

Die Kasseler CDU-Fraktion lehnt den Rückbau vehement ab. Stadtbaurat Nolda setze damit seinen „autofeindlichen und fundamentalistischen Kurs“ fort. Der verkehrspolitischen Sprecher der CDU, Domnique Kalb: „Wir wollen keine für die Bevölkerung nachteiligen Experimente wie Tempo 30 oder den Rückbau von Fahrstreifen auf Hauptverkehrsstraßen.“ Die Wilhelmshöher Allee erfülle eine wichtige Verkehrsfunktion. Wer diese gefährde, produziere Staus, Schleichverkehr in Wohngebieten und zusätzliche Emissionen. Fazit der CDU: Man stelle sich „entschieden gegen Noldas Harakiri-Kurs in der Verkehrspolitik.“

Für die FDP wird „die autofeindliche Ideologie des grünen Baustadtrats zu einer Gefahr für die gesamte Region.“ Der verkehrspolitische Sprecher der FDP, Heinz Gunter Drubel: „Mit der verbohrten Einstellung, dass viele Autos aus der Stadt herausgehörten, werden immer wieder Straßenbaumaßnahmen geplant, die die Autofahrer drangsalieren und radikal zwangserziehen sollen.“ Nolda handele durch seine „grün-ideolgisch geprägte Feindseligkeit“ gegen die Menschen und die Wirtschaft. Drubel: „Dieser Mann stellt für die Stadt und die Region ein Risiko dar.“ Er habe somit in seiner verantwortungsvollen Position nichts zu suchen.

Radio HNA: Lesermeinung zu Nolda

Für die Grünen geht es darum, die Wilhelmshöher Allee als wichtige Sichtachse zum Weltkulturerbe zu verschönern. Eine mögliche Reduzierung von Fahrspuren sei zweiter Teil der Vorplanungen für die Allee. Dafür seien noch nicht einmal Fördermittel beantragt worden. Gernot Rönz, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen: „Wenn überhaupt, wäre es eine Anpassung an die niedrige Verkehrsauslastung der Wilhelmshöher Allee, die den Verkehrsfluss nicht einschränken würde. Dieses Thema liegt allerdings noch in weiter Ferne.“

Lesen Sie dazu auch:

- Kasseler Baustadtrat Nolda (Grüne)will Rückbau der Willi-Allee

- Kommentar von HNA-Chefredakteur Horst Seidenfaden zu Noldas Verkehrspolitik

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