Polizei: Fall ist ungewöhnlich

Reifenstecher geht um: In Wehlheiden werden seit Wochen Fahrräder beschädigt

Das ständige Flicken nervt: An der Fröbelstraße werden immer wieder Fahrradreifen zerstochen. Die Anwohner Robbin Meisel (links) und Sebastian Seehafer wollen das nicht länger hinnehmen. Foto: Koch

Wehlheiden. Robbin Meisel kauft sich Fahrrad-Flickzeug inzwischen schon auf Vorrat: Die Reifen seines Fahrrads, das der 32-Jährige immer vor dem Haus an der Fröbelstraße in Wehlheiden anschließt, sind in den vergangenen Wochen sechsmal zerstochen worden.

Den anderen Fahrradfahrern in der unmittelbaren Nachbarschaft geht es ähnlich. „Wir treffen uns hier regelmäßig auf der Straße beim Fahrradflicken“, sagt Sebastian Seehafer, der im selben Haus wie Meisel wohnt. Alle paar Tage seien die Fahrräder platt.

Wer hinter den Taten stecken könnte, wissen die Anwohner nicht. Inzwischen sind sie aber sicher: Im Quartier geht ein Fahrradhasser um. Anfangs habe man noch an einen Dumme-Jungen-Streich geglaubt, sagt Meisel. „Aber bei der Regelmäßigkeit haben wir inzwischen keine andere Erklärung, als dass hier jemand etwas gegen Fahrräder hat.“ An den Reifen seien schmale Schlitze erkennbar, offenbar steche der Täter mit einem Messer darauf ein.

Die Nachbarn wollen sich die permanenten Beschädigungen nicht mehr gefallen lassen. Schließlich koste es jedes Mal Zeit und Geld, die Räder zu reparieren. „Und es nervt einfach, wenn man morgens an die Arbeit will und das Fahrrad ist schon wieder platt“, sagt Seehafer.

Einige stellten ihre Räder inzwischen in den Keller oder den Hinterhof, sagt Robbin Meisel. „Aber wir wollen uns eigentlich nicht von so jemandem unterkriegen lassen und die Räder verstecken.“

Die Betroffenen wollen jetzt Anzeige erstatten. Außerdem überlegen sie, in der Nachbarschaft mit Flugblättern auf das Problem aufmerksam zu machen und zur Wachsamkeit aufzurufen. Vielleicht werde man auch zusammenlegen, um eine Videokamera auf dem Grundstück zu installieren, sagt Meisel.

Bisher ist der Polizei aus der Gräfestraße nur ein Fall von Sachbeschädigung an einem Fahrrad gemeldet worden, sagt Polizeisprecher Torsten Werner auf Anfrage der HNA. Auch im übrigen Stadtgebiet seien keine derartigen Anzeigen eingegangen. Die Taten an der Gräfestraße seien „ungewöhnlich“, sagt Werner. Dass gezielt und vor allem so gehäuft gegen Fahrräder vorgegangen werde, sei selten.

Der Polizeisprecher rät allen Betroffenen, auf jeden Fall Anzeige zu erstatten. „Wenn wir von solchen Fällen nichts wissen, können wir auch nichts tun.“ Bei einer solchen Vielzahl von Straftaten sei das keine Bagatelle mehr, betont Werner. „Wir nehmen so etwas schon ernst.“

Wenn die Fälle gemeldet würden, könne man den Streifendienst sensibilisieren. Die Kollegen könnten beispielsweise darauf achten, ob in der Nähe des Tatorts verdächtige Personen auffallen und diese kontrollieren.

Von Katja Rudolph

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