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Beliebtes italienisches Restaurant in Kassel: „Gambero Rosso“ macht dicht

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Von: Axel Schwarz

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Vanessa Tropeano, Inhaberin des Restaurant Gambero Rosso an der Gräfestraße in Kassel
Verabschiedet sich aus Kassel: Vanessa Tropeano, Inhaberin des Gambero Rosso, will sich mit ihrer Familie in Norddeutschland neu orientieren. © Andreas Fischer

Das „Gambero Rosso“ an der Gräfestraße wird nach 27 Jahren seinen Betrieb zum Ablauf des Oktober aufgeben. Die Inhaberfamilie will sich neu orientieren.

Kassel – Es ist eine schmerzliche Nachricht für Freunde feiner italienischer Küche in Wohnzimmer-Atmosphäre: Das Ristorante Gambero Rosso, seit 27 Jahren eine Institution an der Gräfestraße, wird mit Ablauf des Oktobers geschlossen. Nachdem Freunden des Hauses aufgefallen war, dass bereits Teile des Inventars an Interessenten abgegeben werden, bestätigte Inhaberin Vanessa Tropeano gegenüber der HNA: „Wir haben uns nach reiflicher Überlegung entschlossen, die Reißleine zu ziehen“.

Mit ihrem Mann Mario hat sie das von ihrem Vater Giuseppe Tropeano aufgebaute Lokal einige Jahre in zweiter Generation geführt. Jetzt will sich das Inhaberpaar aus Kassel verabschieden und an der Lübecker Bucht noch einmal etwas Neues starten – erst mal im Angestelltenverhältnis, doch mit dem Ziel baldiger Selbstständigkeit. Das werde dann aber „kein klassisches Restaurant, sondern eher etwas für Familien“, sagt Vanessa Tropeano über ihre Pläne.

Restaurant schließt in Kassel: Private Gründe und Engpässe beim Personal

Familie ist ein Stichwort, das mit der Entscheidung zur Aufgabe des Gambero Rosso zu tun hat. Da hätten wirtschaftliche wie private Gründe zusammengewirkt, sagt die Gastronomin. Nach der Pandemie-Durststrecke sei das Geschäft während der documenta zwar wieder gut gelaufen. Doch bereits angekündigte Kostensteigerungen an allen Fronten ließen erahnen, „dass es in ein paar Monaten ganz schwierig werden wird“.

Hinzu kämen anhaltende Engpässe beim Personal. „Das ist ein ganz großes Problem für uns und muss in der Familie abgefangen werden“, erzählt Vanessa Tropeano. Das Familienleben habe in letzter Zeit „arg gelitten“, für ihre 9 und 14 Jahre alten Kinder wolle sie unbedingt mehr Zeit haben als bisher.

Eine private Veränderung habe dann letztlich den Ausschlag für die Entscheidung zur Neuorientierung gegeben: Das hübsche Häuschen in Kirchditmold, in dem Tropeanos leben, ist der Familie wegen Eigenbedarfs gekündigt worden. Das werde zwar erst zum nächsten Sommer wirksam, aber die Perspektive, adäquaten Ersatz zu finden, sei derzeit ebenso ungünstig wie die wirtschaftlichen Aussichten für das Lokal in Wehlheiden. „Wir werden wahrscheinlich noch dieses Jahr aus Kassel weggehen“, sagt Tropeano. Ein neues Heim an der Ostsee sei bereits ausfindig gemacht.

Kassel: Inventar wird über eigenes Ladenlokal verkauft

Wie es mit dem Restaurant an der Gräfestraße weitergeht und ob es künftig überhaupt noch gastronomisch genutzt wird, ist derzeit offen. Die Räumlichkeiten im Erdgeschoss des Gebäudes sind Eigentum der Familie Tropeano, sie werden nach deren Angaben bereits auf dem Immobilienmarkt angeboten. Ob die Räumlichkeiten in Zukunft als Gastronomie weiterbetrieben, als Ladenlokal oder als Wohnraum genutzt würden, liege allein im Ermessen der Käufer, sagt Vanessa Tropeano.

Abgeteilt vom Gastraum des „Gambero Rosso“ und gegenüber von dessen Eingang gehört ein separat zugänglicher kleiner Laden zur Fläche des Lokals. Dort will Vanessa Tropeano für die nächste Zeit eine Verkaufsstätte für Inventar und Waren ihres Restaurants einrichten. Manches Erinnerungsstück wird dann wohl dort zu finden sein aus der 27-jährigen Geschichte des „Gambero Rosso“, das noch fünf Wochen für seine langjährigen Gäste geöffnet sein wird. (Axel Schwarz)

Am Königsplatz in Kassel stehen derweil Veränderungen an. Unter anderem soll eine große Gastronomie und ein besonderes Apartment-Konzept entstehen.

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