Suche nach Blindgängern

Gesperrter Stock-Platz: Ortsvorsteher fordert Entwicklungsplan

Trostloser Anblick: Der Georg-Stock-Platz in Wehlheiden ist wegen möglicher Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg auf unbestimmte Zeit gesperrt. Foto:  Koch

Kassel. Viele Menschen in Wehlheiden haben die Befürchtung, dass die Stadt den Georg-Stock-Platz verkauft, wenn er auf Blindgänger untersucht worden ist.

Aus diesem Grund hat sich eine Initiative gegründet, die sich für den Erhalt der Fläche als Platz einsetzt.

Fast 1000 Unterschriften gegen eine Bebauung des Platzes seien bereits gesammelt worden, sagt Wehlheidens Ortsvorsteher Norbert Sprafke (SPD). Er sieht die Sperrung des Platzes auf ungewisse Zeit einerseits als Problem, andererseits aber auch als Chance. „So bleibt zumindest genügend Zeit, um darüber nachzudenken, was aus dem Platz werden soll.“ Mit dem aktuellen Zustand der Fläche ist kaum jemand zufrieden. Sprafke vertritt die Ansicht, dass sich die Stadt nicht nur Gedanken über den Stockplatz, sondern einen Entwicklungsplan für das gesamte Quartier, den alten Ortskern Wehlheidens, machen müsse. Der Ortsvorsteher kann sich zumindest eine Teilbebauung vorstellen. Allerdings wünscht er sich hier keine weiteren Stadtvillen.

Gegen solch eine Bebauung spricht sich auch die Kirmesgemeinschaft der Turngemeinde Wehlheiden aus. „Noch zwei Stadtvillen mit Eigentumswohnungen wären an dieser Stelle nicht so glücklich“, sagt der Vorsitzende Dirk Reimann. Auch wenn man von Seiten der Kirmes wohl nicht mehr den gesamten Platz mit einer Fläche von 2500 Quadratmeter benötige, so wünsche man sich, dass zumindest das Areal entlang der Kohlenstraße frei bleibt und die Bäume dort erhalten bleiben.

Da die Stadt bislang noch nicht einmal das Geld für die weitere Suche nach Bomben bereit gestellt hat, ist dies alles nur Zukunftsmusik.

324.000 Euro für Suche

In der Karlsaue und im Bergpark Wilhelmshöhe soll es hingegen in diesem Jahr mit der Suche nach Blindgängern weitergehen. 2014 habe man dem Kampfmittelräumdienst, der beim Regierungspräsidium Darmstadt angesiedelt ist, bereits 324 000 Euro für die Bombensuche zur Verfügung gestellt, sagt Natascha Callebaut, Sprecherin der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK). Im Bergpark sei bislang eine Fläche von 16 Hektar oberhalb des Schlosses sondiert und bereits wieder freigegeben worden.

Keine Freigabe gab es hingegen für das Bowlinggreen vor der Orangerie. Hier wurden im vergangenen Jahr Bombentrichter, die nach dem Krieg mit Bauschutt und zum Teil mit Kampfmittelresten verfüllt worden seien, ausgegraben, sagt Nicole Ohly-Müller, Sprecherin des RP Darmstadt. Die Trichter seien anschließend neu verfüllt worden.

Die Fahrgeschäfte des Zissels können trotzdem in diesem Jahr nicht auf der Karlswiese stehen, sagt Kallebaut. Der komplette Bereich ist noch nicht freigegeben.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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