Planung liegt bis August auf Eis

Stockplatz: Bombensuche erst nach der Wehlheider Kirmes

Abgesperrtes Gelände: Der Stockplatz in Wehlheiden wird auch in diesem Jahr nicht für die Kirmes zur Verfügung stehen.Möglicherweise wird ein Teil des Areals bebaut. Foto:  Fischer

Wehlheiden. Der Stockplatz in Wehlheiden ist seit Monaten mit einem hohen Zaun abgesperrt. Ob auf dieser vor dem Krieg bebauten Fläche noch Blindgänger liegen, weiß niemand genau.

Bis zu einer kostspieligen Bombensuche und Sanierung der Fläche – geschätzte Kosten 500.000 Euro – wird noch eine ganze Weile vergehen. Das ist das Ergebnis der Debatte bei der jüngsten Stadtverordnetenversammlung. Mit den Stimmen von SPD, Grünen und FDP wurde ein Antrag der CDU abgelehnt. Die hatte sich dafür eingesetzt, dass der Platz nach der Sondierung für Veranstaltungen freigehalten wird. Dazu sollten die Stadtverordneten einen Beschluss treffen.

Zusage von Hilgen

Den gab es allerdings nicht. SPD und Grüne wollen erst einmal sehen, ob die Kirmes auch ohne Stockplatz funktioniert. Und zwar mit einem längeren Vorlauf als im vergangenen Jahr. Damals platzte die Nachricht von der notwendigen Sperrung des Geländes für schweres Gerät wenige Monate vor Kirmesbeginn mitten in die heiße Phase der Vorbereitung.

Mit einem organistorischen Kraftakt gelang es dennoch, neue Standorte für die Fahrgeschäfte entlang der Kohlenstraße zu finden. „Wenn die Kirmes den Stockplatz künftig braucht, dann wird sie ihn auch bekommen“, sagte Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) am Rande der Stadtverordnetenversammlung. Damit erneuerte er seine Zusage an die Veranstalter von der TG Wehlheiden. Zunächst müsse man aber eine vernünftige Planungsgrundlage haben. „Das ist so mit uns abgestimmt“, sagt Dirk Reimann, der Vorsitzende der Kirmesgemeinschaft. Niemand habe ein Interesse dran, dass der Stockplatz so unansehnlich bleibt wie er heute ist. Wenn klar ist, ob der Platz zumindest teilweise auch anders nutzbar ist, soll eine entsprechende Planung erfolgen. Und zwar für das gesamte Quartier auch rund um den Stockplatz. Dafür setzte sich Ortsvorsteher Nobert Sprafke (SPD) ein.

Zeitplanung wird vermisst

Der CDU geht das alles zu langsam. Er vermisse eine konkrete Zeitplanung und ein klares Bekenntnis für den Platz als Veranstaltungsort, sagte Dominique Kalb für seine Fraktion. Auch die Linke ist dafür, den Platz als Veranstaltungsort zu erhalten. Die FDP hält es dagegen für sinnvoll, das Gelände zu bebauen.

Das sei vor dem Krieg so gewesen und könne als Vorbild für heute dienen, sagte Heinz Gunter Drubel. Bernd Häfner (Demokratie erneuern/Freie Wähler) vermutet, die Stadt suche lediglich nach einem Bauinvestor, der dann auch die teure Bombensuche bezahlt.

Ob das alles so kommt, ob der Platz ganz frei bleibt oder teilweise bebaut wird, soll nach der Wehlheider Kirmes diskutiert werden. „Eine gute Planung braucht Zeit und Geld“, sagte dazu Hans-Joachim Schleißing für die Grünen.

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Archivvideo: Bombensuche auf dem Georg-Stock-Platz 2014

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