Zum viertel Mal in Folge

Stockplatz in Kassel bleibt gesperrt: Dort stehen keine Fahrgeschäfte zur Wehlheider Kirmes

Bleibt zum vierten Mal in Folge zur Wehlheider Kirmes gesperrt: Der Georg-Stock-Platz soll auf Kampfmittel untersucht werden. Derzeit wird noch die Ausschreibung vorbereitet. Foto:  Koch

Kassel. Der Georg-Stock-Platz in Wehlheiden ist seit Frühjahr 2014 gesperrt, weil sich im Erdreich Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg befinden könnten.

Weil der Platz nach den Bomben aber immer noch nicht durchsucht worden ist, können hier auch in diesem Jahr keine Fahrgeschäfte während der Wehlheider Kirmes stehen.    

Willi Rudolph, seit knapp 50 Jahren Marktmeister der Wehlheider Kirmes, ist sauer und wütend auf die Stadt Kassel. Bereits zum vierten Mal in Folge muss die Wehlheider Kirmes, die vom 18. bis 21. August gefeiert wird, auf den Georg-Stock-Platz verzichten. Das bedeutet, dass Platz für Fahrgeschäfte fehlt.

Im Frühjahr 2014 war der Platz bereits gesperrt worden, weil es nach Angaben des Kampfmittelräumdienstes zahlreiche Verdachtspunkte im Erdreich auf Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gibt. Deshalb soll der Platz auf Kampfmittel durchsucht werden.

Das ist bislang aber noch nicht geschehen. Die erforderlichen Arbeiten auf dem Georg-Stock-Platz werden erst nach der Wehlheider Kirmes vorgenommen, teilt Stadtsprecher Sascha Stiebing auf Nachfrage mit.

Ausschreibung vorbereiten

Zunächst müsse ein von der Stadt beauftragtes Ingenieurbüro das Leistungsverzeichnis erstellen, die Ausschreibung für die Kampfmittelräumung inhaltlich vorbereiten und die Kampfmittelräumung ausgeschrieben werden, so Stiebing. Die eigentlichen Arbeiten sollen auf jeden Fall noch in diesem Jahr erfolgen. So könnte die Kirmes im Jahr 2018, wenn sie 70 wird, wieder Fahrgeschäfte auf den Platz stellen.

Willi Rudolph

Marktmeister Rudolph fragt sich indes, warum der Platz nicht bereits auf Bomben untersucht wurde. Durch dieses Versäumnis der Stadt werde das Fest „kaputt gewirtschaftet“. „Wir sind so stolz auf unsere Kirmes, die für jeden etwas zu bieten hat“, sagt Rudolph. Sie sei genauso beliebt beim kleinen Handwerker wie bei Richtern und Staatsanwälten. Allerdings werde durch das Fehlen der Fahrgeschäfte kaum noch etwas für Familien geboten. „Denen reicht es nicht, wenn sie nur eine Kirmes mit Bratwurstbuden und Getränkeständen haben“, kritisiert der Marktmeister.

Dirk Reimann, der Vorsitzende der Kirmesgemeinschaft der Turngemeinde Wehlheiden, Veranstalter der Kirmes, hält sich mit Kritik zurück. „Wir sehen, dass die Stadt sich bewegt und hoffen, den Platz wieder im Jahr 2018 nutzen können.“

Dirk Reimann

Was aus dem Georg-Stock-Platz wird, ist derzeit noch unklar. Bislang gab es drei Veranstaltungen, bei der es um die Zukunft und die Verschönerung des Platzes sowie des Alten Ortskerns Wehlheiden geht. Die Bürger sollen bei den Entscheidungen beteiligt werden. „Dieser Prozess ist ergebnisoffen“, sagt Ortsvorsteher Norbert Sprafke.

Dirk Reimann hofft indes, dass ein Teil des Stockplatzes auch künftig für die Kirmes zur Verfügung stehen wird. Die Kirmesgemeinschaft sei darauf angewiesen, zumal im Zuge der Verschönerung des Alten Ortskerns Baulücken geschlossen werden sollen, die derzeit von der Kirmes noch genutzt werden.

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