CDU ist strikt dagegen

Stockplatz: Streit im Ortsbeirat um mögliche Bebauung

Zukunft ungewiss: Der Stockplatz gammelt hinter Gittern vor sich hin. Der Grüne Stephan Amtsberg hat die Idee ins Spiel gebracht, den Platz zur Schönfelder Straße hin (im Hintergrund) zu bebauen. Foto: Dilling

Wehlheiden. Während der Stadtverordnetensitzung scheiterte die CDU in dieser Woche mit ihrer Forderung nach einem konkreten Fahrplan zur Wiedereröffnung und Neugestaltung des Stockplatzes.

Auch Mitglieder der SPD- und der Grünen-Fraktion aus Wehlheiden stimmten im Stadtparlament dagegen.

Das hatte ein heftiges Nachspiel in der jüngsten Ortsbeiratssitzung, dort scheiterte die Union vorerst erneut mit ihrem Vorstoß. CDU-Vertreter gingen Ortsvorsteher Norbert Sprafke (SPD) persönlich an und sprachen von einem Vertrauensverlust in dessen Arbeit, weil er sich entgegen der bisherigen gemeinsamen Linie in dem Gremium für eine Konzeption ausgesprochen habe, die auch eine Bebauung des Stockplatzes ermöglichen könnte.

Norbert Sprafke

Die CDU beruft sich auf einen alten Beschluss des Ortsbeirats, wonach der seit einem Jahr wegen möglicher Bombenfunde aus dem Zweiten Weltkrieg gesperrte Stockplatz ausschließlich als Aufenthaltsort für alle Wehlheider Bürger hergerichtet werden solle. Eine Bebauung lehnten Jan Hörmann und sein Fraktionskollege Manfred Beyer in der Sitzung vehement ab. Wehlheiden verliere dann eine Frischluftschneise, sagte Hörmann. Es sei „unerträglich“, dass die SPD – dazu ohne Vorwarnung – diesen Standpunkt verlassen habe. „Ich bin tief enttäuscht“, erklärte der Christdemokrat. Sprafke habe den „Grundkonsens“ im Ortsbeirat aufgekündigt.

Jan Hörmann

Der Ortsvorsteher wies diese Vorwürfe zurück. Es sei gar nicht ausgemacht, dass es zu einer Bebauung komme. Man müsse aber angesichts der immensen Kosten, die mit der Räumung der Bomben und der Neugestaltung auf die Stadt zukommen, eine Gesamtkonzeption für das Quartier entwickeln. „Ich gehe offen in die Planung“, sagte Sprafke. Dazu gehöre auch die Möglichkeit einer Randbebauung des Platzes. Stephan Amtsberg (Grüne) wurde noch deutlicher. „Niemand wird eine Million Euro in die Hand nehmen“, meinte er zur Forderung der CDU, den Platz ausschließlich als Ruhe- und Aufenthaltsort zu gestalten. Diese Summe hatte Sprafke ins Spiel gebracht. Sinnvoll könne eine Bebauung des Platzes am Rand zur Schönfelder Straße hin sein. Das werte den restlichen Platz auf, weil er vom Lärm der vielbefahrenen Kreuzung abgeschottet werde. Nebenbei – das sagte Amtsberg allerdings nicht– würde der Grundstücksverkauf auch Geld in den klammen Stadtsäckel spülen.

Gegen die Stimmen der CDU vertagte der Ortsbeirat das Thema. Im April soll ein beschlussreifer Vorschlag zur Zukunft des Stock-Platzes erarbeitet werden. (pdi)

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