Fläche wegen möglicher Blindgänger gesperrt

Stockplatz in Kassel soll teils bebaut werden

Stadtbaurat würde Georg-Stock-Platz gern teilweise bebauen lassen: Fläche ist seit anderthalb Jahren wegen möglicher Blindgänger im Boden gesperrt. 2016 soll ein Konzept zur künftigen Nutzung erstellt werden. Archivfoto: Fischer

Kassle. Für den Georg-Stock-Platz in Wehlheiden will die Stadt im nächsten Jahr ein städtebauliches Konzept für 70.000 Euro erstellen lassen.

Dieses solle darstellen, wie eine kombinierte Nutzung aus Bebauung und Freifläche aussehen kann, sagte Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) im HNA-Gespräch. Das Geld für die Konzeption einer „neuen Wehlheider Mitte“ sei im Haushalt bereits eingestellt.

Seit Sommer 2014 ist der Platz wegen möglicher Blindgänger im Boden gesperrt. Aus Sicht von Nolda bedarf der Stockplatz einer grundsätzlichen Neugestaltung. Die Suche und Beseitigung der vermuteten Blindgänger werde allein 200 000 Euro kosten, so der Stadtbaurat. „Bei einer Investition in dieser Höhe müssen wir die Zukunft des Areals grundlegend überdenken“, so Nolda. Eine teilweise Bebauung sei sinnvoll.

Durch den Verkauf einer Teilfläche an Investoren könnten die städtischen Kosten in dem Zusammenhang aufgefangen werden. Zudem sei geplant, einen städtebaulichen Wettbewerb auszuschreiben. So sei gewährleistet, dass eine gute Lösung für den Platz gefunden werde. Dies sei keine leichte Aufgabe. Einer Wohnnutzung etwa seien durch die Schallbelastung am Wehlheider Kreuz Grenzen gesetzt.

Die CDU-Fraktion hat sich stets gegen eine Bebauung des Areals ausgesprochen. Der Stockplatz müsse zwar neu gestaltet, aber für Veranstaltungen wie die Wehlheider Kirmes und die Flohmärkte freigehalten werden. Für die Kirmes stand der Platz dieses Jahr nicht mehr zur Verfügung. „Wir wollen die Freifläche erhalten. Der sich abzeichnende jahrelange Stillstand ist ein Unding und der Stadtbaurat verantwortlich“, so CDU-Fraktionschef Dr. Norbert Wett.

Unter dem Stockplatz wurden bei Untersuchungen 38 verdächtigte Gegenstände registriert, die in größerer Tiefe liegen. „Vielleicht sind es alte Kochtöpfe, vielleicht aber auch nicht detonierte Bomben. Auf jeden Fall müssen wir die Gefahr ernst nehmen“, so Nolda.

Laut Dirk Reimann, Vorsitzender der Kirmesgemeinschaft der TG Wehlheiden, ist der Kirmesverein daran interessiert, dass „schnellstmöglichst eine Lösung“ für den Platz gefunden wird. Dabei müssten alle Anlieger eingebunden werden.

„Wir sind da dicht dran am Rathaus und zufrieden, wie wir dort eingebunden werden“, sagt Reimann. Der Verein habe jetzt eine Straßenlösung für die fünftägige Kirmes erarbeitet, benötige aber irgendwann Planungssicherheit, ab wann und in welchem Umfang der Platz wieder nutzbar sein wird.

Hintergrund: Umfeld entwickelt sich

Unweit des Georg-Stock- Platzes entwickeln sich derzeit weitere Bauprojekte und Umbauvorhaben. Wir werfen schlaglichtartig einen Blick auf diese Projekte:

Umbau Kreuzung: Die Kreuzung Schönfelder Straße / Ludwig-Mond-Straße / Heinrich-Heine-Straße / Sternbergstraße wird von April bis Ende 2016 für 1,1 Mio. Euro umgebaut. Die Kreuzung wird wegen der schweren Unfälle in der Vergangenheit mit Ampeln ausgestattet. Während der Umbauzeit wird die Kreuzung nur teilweise gesperrt.

Neues Wohnquartier:  An der Sternbergstraße baut die GWH seit Herbst 2013 das Sternberg-Carrée mit 80 Wohneinheiten. Es entstehen Eigentumswohnungen und Reihenhäuser. Statt der ursprünglich geplanten 14 Mio. Euro werden nun nach Aussage von GWH-Geschäftsstellenleiter Christian Wedler 18,1 Mio. Euro investiert.

Der fünfte Bauabschnitt des Projekts beginne im November 2015, der sechste und letzte Abschnitt im Juni 2016. Die Fertigstellung des gesamten Sternberg-Carrées sei für September 2017 geplant.

Neubauten an der Tischbeinstraße:  An der Tischbeinstraße sind derzeit gleich drei Bauprojekte in der Entstehung. Unterhalb der Terrasse (Tischbeinstraße 82) ist etwa auf einer brachliegenden Fläche ein Neubau mit acht Wohnungen in Planung. Zudem soll nach Auskunft von Stadtbaurat Christof Nolda auf einer Teilfläche des Blumenhauses Bode ein Wohnhaus entstehen. Und auch am Einmündungsbereich von der Tischbeinstraße in den Philosophenweg entsteht auf einem ehemaligen Tankstellengelände ein Neubau.

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Hier liegt der Stockplatz

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