Kasseler Traditionsunternehmen

Eigentümer hat Insolvenz angemeldet: Werkzeug-Löber in Kassel schließt

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Hier wird ausgeräumt: Werkzeug-Löber firmiert seit der Nachkriegszeit an der Kohlenstraße 65. Vor drei Jahren war das Geschäft von Lünemannn in Göttingen gekauft worden. Jetzt ist es geschlossen. 

Bereits am 29. Mai hat in Göttingen Lünemann Stahlhandel Insolvenz angemeldet – mit direkten und weitreichenden Auswirkungen auf ein Kasseler Traditionsunternehmen.

Kurze Zeit später gingen nämlich auch bei dem einstigen Familienunternehmen Werkzeug-Löber an der Kohlenstraße die Lichter aus. Lünemann hatte vor drei Jahren Werkzeug-Löber gekauft und unter dem bekannten Namen an der Kohlenstraße weitergearbeitet. Zuletzt waren hier zwei Mitarbeiter angestellt.

Eine unternehmerische Erfolgsgeschichte geht zu Ende: Heinrich Löber hatte am 1. Oktober 1935 einen Handel mit Werkzeugen und Werkzeugmaschinen gegründet. Als Warenlager diente ihm eine Garage neben seinem Wohnhaus. Drei Jahre später zog Heinrich Löber in sein neu gebautes Haus an der Kohlenstraße 67. Nachdem dieses Haus im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde, hat er es 1949 wieder aufgebaut, um sich dort niederzulassen.

Sohn übernahm 1979 die Leitung

Akuter Platzmangel war der Grund, die Lagerfläche 1957 durch einen Anbau zu erweitern. In der Nachkriegszeit wuchs der Betrieb stetig, und Löber erweiterte. Sohn Gerhard trat 1958 als Lehrling in die Firma ein, deren Leitung er 1979 übernahm.

Schnell hatte der Fachhandel Löber einen exzellenten Ruf für seine guten Serviceleitungen für gewerbliche und private Kunden sowie für seine Beratung.

Der Löber-Service beinhaltete unter anderem einen Schärfdienst für Kettensägen und Kreissägenblätter sowie einen Elektrowerkzeugreparaturdienst.

Es wird nach neuem Investor Ausschau gehalten

In Göttingen bangen jetzt rund 75 Lünemann-Mitarbeiter um ihren Arbeitsplatz. Es wird nach einem neuen Investor Ausschau gehalten.

Den zuletzt zwei Mitarbeitern von Werkzeug-Löber in Kassel sollen nach Informationen der HNA Arbeitsplätze in einem Ladengeschäft von Lünemann in Göttingen angeboten worden sein.

Das Unternehmen Lünemann ist seit mehr als 100 Jahren ein Partner des regionalen Handwerks, der Industrie sowie der Endverbraucher. Lünemann hatte an den Standorten in Göttingen und Kassel vier Fachhandelsbetriebe für Stahl und Werkstoffe, Sanitär und Heizung, Werkzeug und Werkstattbedarf sowie Baubeschlag und Bauelemente betrieben.

Umsatz von rund 16 Millionen Euro

Das Unternehmen beschäftigte bis kurz vor der Insolvenz im Mai in Eigenverwaltung 84 Mitarbeiter und erzielte zuletzt einen Umsatz von rund 16 Millionen Euro.

Zu den Kunden gehörten Industrieunternehmen, Stahl- und Metallbauer, Sanitär- und Heizungsinstallateure, Bauunternehmen sowie Kommunen, Universitäten und mehrere Max-Planck-Institute.

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