Beschicker und Kunden zornig auf Stadtreiniger

Wehlheider Wochenmarkt: "Für Ältere unzumutbar"

Wehlheiden. Obwohl die Stadtreiniger angekündigt hatten, den Wehlheider Platz am frühen Freitagmorgen für den Wochenmarkt von Schnee und Matsch zu räumen, ist auch am letzten Markttag des Jahres nichts geschehen.

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Entsprechend aufgebracht und zornig waren die Marktbeschicker und ihre Kunden. „Wir erwarten doch gar nicht, dass die Stadtreiniger schon morgens um 4 Uhr den Platz räumen“, sagt Stefan Ullrich von der Gärtnerei und Obsthandlung Ullrich (Fuldatal). „Es würde schon reichen, wenn sie Donnerstagnachmittag den Schnee beseitigen. Aber seit 14 Tagen ist hier nicht geräumt worden.“

Die halb gefrorene, halb matschige Schnee-Eis-Split-Masse, die den Platz in einer Höhe von bis zu 13 Zentimetern überzieht ist eine Herausforderung für die Händler wie für die Kunden. „Wie soll ich denn auf diesem Grund einen Hubwagen mit Pauletten über den Platz ziehen?“, fragt Ullrich.

„Gottseidank bin ich kräftig“, sagt Mirko Mietzner, der mit Sohn Henry und einem Kinderwagen auf dem Markt unterwegs ist. „Aber für Ältere ist das unzumutbar.“

Wie unzumutbar, sieht man am Beispiel von Kurt Pallas (73), der seinen Rollator weitestgehend über den Platz heben muss, statt ihn vor sich her schieben zu können. Ähnlich ergeht es Christa Kirchberg, die ihren Einkaufstrolley hinter sich her-zieht, als sei sie auf einem Acker unterwegs. „Diese Einkaufshilfe sollte mir das Einkaufen erleichtern, nicht erschweren.“

Seit vielen Jahren kommt sie jeden Freitag auf den Wehlheider Wochenmarkt. Sie wohnt, wie alle Kunden, mit denen wir sprachen, in der Nähe des Platzes, hat aber in letzter Zeit beobachtet, „dass die alten Leute wegbleiben.“ Aus diesem Grund hat ein weiterer Marktbeschicker, Edi Heublein von der gleichnamigen Gärtnerei, am Freitag gar nicht erst aufgebaut.

Standgebühren einbehalten

Die Händler denken jetzt über Konsequenzen nach, überlegen, einen Teil der Standgebühren einzubehalten, bis der Platz bei Schnee akzeptabel hergerichtet wird. „Dies ist, was die Standgebühren betrifft, einer der teuersten Marktplätze in Deutschland“, sagt Metzger Dirk Nutschan. Woanders könne man sich in solchen Fällen an einen Marktmeister wenden. „Doch hier wird man alleine gelassen.“

Bis zum ersten Markt im Neuen Jahr hoffen die Beschicker, dass der Beschwerdebrief, den Ortsvorsteher Norbert Sprafke (SPD) vergangene Woche an Bürgermeister Jürgen Kaiser (SPD) geschrieben hat, bei den Stadtreinigern Resonanz findet. So ganz wollen sie die Hoffnung also nicht aufgeben.

„In Baunatal hat es auch ein Jahr gedauert, bis sie es hinbekommen haben“, sagt Bäcker Reiner Lengemann. „Aber jetzt klappt es.“ (wd)

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