Vorstandschef Steiner erteilt Kanadiern eine deutliche Absage

K+S wehrt sich gegen die Übernahme

Norbert Steiner

Kassel. Der Kassel Kali- und Salzproduzent K+S hat das Übernahme-Angebot des kanadischen Konkurrenten Potash abgelehnt. Das teilte Vorstandschef Norbert Steiner gestern in Frankfurt vor Journalisten mit. Als Grund nannte er die seiner Ansicht nach zu niedrige Bewertung. Wie berichtet hatten die Kanadier 41 Euro je Aktie geboten. Dies ergibt einen Kaufpreis von acht Milliarden Euro. Einschließlich der Schulden müsste Potash demnach etwa zehn Milliarden Euro für Deutschlands einzigen Rohstoff-Konzern von Rang auf den Tisch legen.

Auf die Fragen, ob der Vorstand ein höheres Angebot akzeptieren würde und es einen Plan B gebe, für den Fall, dass Potash an den Übernahmeplänen festhält, antwortete Steiner ausweichend. „Wir haben ein Angebot erhalten, und dazu haben wir uns positioniert, sagte der Vorstandsvorsitzende.

Steiner erklärte, dass in den gebotenen 41 Euro je Anteilschein der Wert des vor der Fertigstellung stehenden neuen K+S-Bergwerks in Kanada noch nicht enthalten sei. Das Projekt sei mit derzeit elf Euro je Aktie angesetzt und habe ein Potenzial von 21 Euro. Gleichzeitig warb Steiner um die Aktionäre. Das Unternehmen werde mit dem neuen Bergwerk, dem Sparplan „Fit für die Zukunft“ und verbesserten Erträgen im Salzgeschäft das Ergebnis bis 2020 verdoppeln und hohe Dividenden zahlen. „Potash braucht uns, aber wir Potash nicht, sagte Steiner. Nach seiner Einschätzung wollten die Kanadier K+S nur kaufen, um Absatzmärkte für ihre Überkapazitäten zu erschließen - zulasten der deutschen Standorte“.

Auch die Gewerkschaft IG Bergbau hat sich gegen die Übernahme ausgesprochen. K+S beschäftigt 14 300 Mitarbeiter, davon fast 6000 in Nord- und Osthessen.

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