10.000 Lichter und 100 Meter Kabel am Haus

Dieses Weihnachtshaus bringt nicht nur Kinder zum Strahlen

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Derzeit das meistfotografierte Haus in Wolfsanger: Das leuchtende Heim von Julia und Michael Gotthardt in der Fuhrmannsbreite.

Ein Ehepaar aus dem Kasseler Stadtteil Wolfsanger bringt jedes Jahr im Advent sein Haus zum Leuchten. Ist das kitschige Energieverschwendung oder einfach nur schön?

Die Vorweihnachtszeit begann für Michael Gotthardt am Montagabend mit einem Countdown. Der 34-Jährige stand mit seiner Frau Julia und zwei Dutzend Freunden und Nachbarn vor seinem Haus in Wolfsanger, zählte von zehn rückwärts und drückte auf das Display seines Smartphones. Dann wurde es strahlend hell in der dunklen Novembernacht.

Gotthardt hat sein gesamtes Haus in der Fuhrmannsbreite mit Lichtern geschmückt. Er schätzt, dass er 10.000 Lampen angebracht und 100 Meter Kabel verlegt hat. 

Ehepaar schmückt das Haus seit 2013

Hausbesitzerin Julia Gotthardt.

Seit 2013 wird das Anwesen des Ehepaares am Montag nach Totensonntag zum „Weihnachtshaus von Wolfsanger“, wie es im Stadtteil genannt wird. Nicht wenige sind der Meinung wie Nachbar Jürgen Koblischek, der sagt: „Ich habe in Kassel noch kein schöneres Haus gesehen.“ Zumindest nicht zwischen 16.30 und 22 Uhr, wenn die Lampen an sind.

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Klar ist aber: Kaum jemand gibt sich so viel Mühe wie Gotthardt, der als Dachdecker bei der Fuldataler Schreinerei Holzbau Hendrich arbeitet. „Ich gucke stundenlang Ebay durch, was es Neues gibt“, sagt der gebürtige Thüringer, der 2004 mit Julia nach Kassel kam.

Weihnachtshaus: Das Dekorieren dauert zwei Wochen

Hausbesitzer Michael Gotthardt.

Allein für das Dekorieren braucht er zwei Wochen. Sobald er seine Leiter ans Haus stellt, fragen sich die Kinder in der Nachbarschaft, was diesmal wohl dazu gekommen sein könnte. Besonders stolz ist Gotthardt diese Saison auf die rot blinkenden Zuckerstangen, mit denen er den Gartenweg abgesteckt hat.

Auffällig neben den ganzen Lichtern ist auch der Schriftzug „Merry Christmas“, der von einem Projektor an die Wand geworfen wird. Im Internet hat sich Gotthardt viele andere weihnachtlich beleuchtete Häuser angeschaut. Nicht alles gefällt ihm: „Es ist nicht gut, wenn kein dunkler Fleck mehr zu sehen ist.“

US-Kultkomödie „Schöne Bescherung“ lieferte die Inspiration

Er spricht wie ein Experte und hat dabei das Funkeln in den Augen, das man von Kindern kennt, wenn der Weihnachtsmann kommt. Auf die Idee mit den Lichtern kam er bereits als Teenager, als er die US-Kultkomödie „Schöne Bescherung“ im Fernsehen sah, in der es auch kräftig leuchtet. Gotthardt sagte sich: „Wenn ich später mal ein eigenes Haus habe, mach ich das auch.“

Dank LED-Technik kostet das weihnachtliche Leuchtvergnügen bis Januar 25 Euro für Strom

Er weiß, dass viele sein Hobby für Energieverschwendung halten, gerade in Zeiten, in denen der Klimawandel allgegenwärtig ist. Gotthardt benutzt überall Energiespargeräte im Haus, wie er beteuert. Und er hat ausgerechnet, dass ihn der ganze Spaß bis Anfang Januar, wenn alle Lampen abmontiert werden, nur 25 Euro Strom kostet – dank LED-Technik.

Nachbarin ist begeistert über das Weihnachtshaus

Für Nachbarin Chantale Häupl ist es das allemal wert: „Wie viele Menschen man damit glücklich macht. Das wiegt alles auf.“ Zahlreiche Autos halten vor dem Haus an. Passanten machen Fotos. Nächsten Winter fliegen vielleicht sogar Drohnen über das Haus. Denn Gotthardt will dann auch das Dach zum Leuchten bringen: „Wie verrate ich noch nicht.“

Ebenfalls auf LED umgestellt wurde die Weihnachtsbeleuchtung in der Kasseler Innenstadt. Der Verein der City-Kaufleute hat neue Lichtgirlanden für die Königsstraße angeschafft. Sie sind schlanker, leichter und verbrauchen wesentlich weniger Energie.

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