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Weihnachtsbäume: Wer hat den Schönsten? Und ist das überhaupt wichtig?

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Von: Marie Klement

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Weihnachtsbaum „Hans“ auf dem Kasseler Königsplatz
Der aktuelle Kasseler Weihnachtsbaum „Hans“ auf dem Kasseler Königsplatz © Thomas Thiele

Seit Jahren gibt es einen streng geführten Konkurrenzkampf um die Frage, ob der Kasseler oder der Frankfurter Weihnachtsbaum schöner ist. Dabei geht es längst nicht mehr nur um Schönheit.

Sie gehört traditionell zur Vorweihnachtszeit wie Plätzchen, Glühwein und Weihnachtslieder: Die Frage, ob der schönere Weihnachtsbaum in Nord- oder Südhessen steht. Im vergangenen Jahr bekam diese Frage aller vorweihnachtlichen Fragen aber Konkurrenz. Denn sowohl im Norden als auch im Süden fragten sich die Menschen, ob es eigentlich einen hässlicheren Baum gebe als der aufgestellte in ihrer Stadt.

Der Weihnachtsbaum auf dem Königsplatz in Kassel im Jahr 2021.
„Heinrich“ sorgte im vergangenen Jahr in Kassel für Spott. © Florian Hagemann

Auf dem Kasseler Märchenweihnachtsmarkt wurde Rotfichte „Heinrich“ aufgestellt – und bekam rasch eine ganze Reihe unschöner Spitznamen aufgebrummt. Unvollkommen, kaputt, ne krumme Gurke oder auch Trauerweide – so lauteten die Kommentare. „Heinrich“ brachte es damit zu einiger trauriger Berühmtheit. Da half es den Nordhessen auch nicht, dass Kassel noch einen zweiten Weihnachtsbaum hatte, der es ebenfalls in die überregionalen Medien schaffte. Nicht etwas wegen seines Aussehens, sondern weil er kurzerhand hinter Gittern landete.

Medienstar: Der eingezäunte Weihnachtsbaum im Wesertor.
Medienstar: Der eingezäunte Weihnachtsbaum im Jahr 2021 im Kasseler Stadtteil Wesertor. © Dieter Schachtschneider

„Hans“, der aktuelle Baum auf dem Kasseler Königsplatz, macht dagegen alle glücklich. „Einfach wunderschön“ lautete das Fazit, nachdem die Nordmanntanne fest in der Innenstadt verankert war. Ob‘s am Namensgeber lag? Denn „Hans“ hat seinen Namen vom diesjährigen Weihnachtsmarkt-Motto-Märchen „Hans im Glück“.

In Frankfurt lief es im vergangenen Jahr nicht besser als in Kassel: Fichte „Gretel“ erntete Hohn und Spott im Internet. „Spätestens, wenn alle Lichter hängen und Gretel den Römerberg festlich erstrahlt, sind alle Bedenken vergessen“, ließ der damalige Oberbürgermeister Peter Feldmann mitteilen. Die Nutzer in den sozialen Netzwerken waren trotzdem wenig gnädig. Da half auch das anbringen abgebrochener Äste nichts.

Weihnachtsbaum „Gretel“ ist an ihrem Platz für die kommenden Wochen angekommen – dem Römerberg in Frankfurt.
Weihnachtsbaum „Gretel“ war nicht bei allen Frankfurtern beliebt. © Steven Micksch

Besser lief es dann auch in Südhessen in diesem Jahr. Weihnachtsbaum „Manni“ kommt gut an. Was sicher auch daran liegt, dass er beim Transport nicht so viele Äste verlor wie seine Vorgänger „Gretel“ (2021) und der noch zerzaustere „Bertl“ (2020).

Also alles wieder gut in Nord- und Südhessen, der Konkurrenzkampf um den schönsten Baum kann weitergehen. Und überhaupt geht es nicht erst seit diesem Jahr um die Frage: Muss ein Weihnachtsbaum denn überhaupt perfekt sein? Das wurde auch im Falle des Espenauer Baums auf dem Kreisel an der Feuerwehr diskutiert. Groß ist der, aber etwas mager – sodass er etwas traurig aussieht. Ruckzuck entbrannte auch hier eine Diskussion bei Facebook. Auch der namenlose Espenauer Baum musste sich dabei einiges anhören, bekam aber - wie im vergangenen Jahr schon „Heinrich“ - auch viel Zuspruch. „Wieso? Der Baum ist so wie er ist doch schön!? So geht es allen Lebewesen... keiner hat sich selbst gemacht... Dieser Baum erstrahlt bei Dunkelheit bestimmt ebenso schön wie ein dicht bewachsenen Baum“, kommentierte etwa eine Nutzerin.

Pünktlich zum Fest der Liebe gibt es also im Norden wie im Süden jede Menge positive Baum-Gedanken und Toleranz für jegliche (Baum-)Form. Weihnachten ist immerhin das Fest der Liebe und der Barmherzigkeit – auch für Tannen mit einer etwas anderen Optik. In diesem Sinne: Frohe Weihnachten.

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