Einzelhandel rechnet bundesweit mit Umsatzrekord 

Diese Geschenke sind bei den Nordhessen 2018 besonders beliebt

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Geschenke für Männer: Stefan Engel, Geschäftsführer der Galeria Kaufhof, und Abteilungsleiterin Janette Flemming präsentieren den Bugatti Chiron und den Porsche 911 von Lego Technic.

Seit dem Wochenende läuft das Weihnachtsgeschäft auf Hochtouren. So lautet das Zwischenfazit des Einzelhandels Nordhessen. Wir geben Tipps, welche Geschenke besonders beliebt sind.

„Das Weihnachtsgeschäft ist am zweiten Adventssamstag richtig gut ins Laufen gekommen“, sagt Martin Schüller, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbands Nordhessen. Trotz des Regens war die Kasseler Innenstadt voller Menschen. In der Galeria Kaufhof waren um 10.30 Uhr schon alle 225 Parkplätze belegt, Autoschlangen bildeten sich vor der Tiefgarage am Friedrichsplatz.

Am ersten Adventssamstag sei die Stadt zwar auch sehr voll gewesen, aber da hätten sich viele Kunden nur orientiert, so Schüller. Das änderte sich am letzten Wochenende. Wie jedes Jahr sind als Geschenke Spielwaren, Elektronik, Schmuck, Parfüm und Bücher gefragt.

Bundesweit rechne der Einzelhandel im Weihnachtsgeschäft mit einem Umsatzrekord von 100 Milliarden Euro (inklusive Lebensmittel), so Schüller. In Hessen geht man von einem Umsatz von 8,5 Milliarden Euro aus, 20 Prozent davon würden in Nordhessen ausgegeben. Das sind etwa 1,7 Milliarden Euro. „Wir rechnen in Hessen mit einem Wachstum von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr, im Onlinehandel sogar mit zehn Prozent“, sagt Schüller. Nun müsse es nur noch etwas kälter werden, damit auch vermehrt Textilien und Schuhe nachgefragt würden.

Dieser Beitrag stammt von der Video-Plattform Glomex und wurde nicht von HNA.de erstellt. 

Zufrieden zeigte sich auch Alexander Wild, Vorsitzender der City-Kaufleute. „Heute war es wirklich gut.“ Der Samstag zuvor sei schwächer gewesen, weil die Leute sich davor beim „Black Friday“ mit reduzierter Ware eingedeckt hätten. Auch die Standbetreiber des Weihnachtsmarktes seien sehr zufrieden. Nur über eine Sache war Wild am Samstag nicht glücklich. Eigentlich sollte um 19 Uhr die komplette Weihnachtsbeleuchtung auf der Königsstraße abgeschaltet werden. Als Protest gegen die Geschäftsleute, die dafür nichts zahlen. Aufgrund eines Programmierfehlers bei den Städtischen Werken gingen die Lichter aber erst um 19.26 Uhr aus.

Hochwertige Geschenke sind gefragt

Es soll viele Männer geben, die von einem Bugatti Chiron träumen. Solch einen Supersportwagen mit 1500 PS und 420 km/h Höchstgeschwindigkeit können sich aber nur die wenigsten Menschen leisten. Er kostet über 2,8 Millionen Euro. Solch ein Exemplar wird wohl unter keinem Kasseler Weihnachtsbaum stehen.

Aber vielleicht eine kleinere Variante von Lego Technic, die mit 369,99 Euro zum Original vergleichsweise günstig ausfällt. Einen Porsche 911 zum Zusammenbauen gibt es für 224,99 Euro. Die Sportwagen von Lego gehören jedenfalls zu den Rennern in der Spielwarenabteilung der Galeria Kaufhof, wie Abteilungsleiterin Janette Flemming erzählt. Ebenso alles von Playmobil, Puppen, das Audiosystem „Tonies Box“ für Kinder oder die Kugelbahn Gravitax.

Während es draußen regnete, schauten sich am Samstag viele Kinder und Eltern die Spielzeuge an, die man gern auf den Wunschzettel schreibt. „Das Geschäft zieht an“, sagt Kaufhof-Geschäftsführer Stefan Engel. Zunehmend würden die Kunden die Online-Reservierung in Anspruch nehmen, eine Vernetzung aus online und stationär. Sie schauen sich im Internet an, was ihnen gefällt und reservieren sich das Produkt in ihrer Kaufhof-Filiale. Vor Ort können sie dann entscheiden, ob sie die Ware auch kaufen wollen.

Black Friday als Startschuss für das Weihnachtsgeschäft

Mit dem „Black Friday“ sei der Startschuss für das Weihnachtsgeschäft gefallen, sagt Engel. Er hat aber die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen erst in den letzten 14 Tagen vor Heiligabend zuschlagen.

„Beim Black Friday sind wir überrannt worden“, sagt auch Gabriele Lanz, Geschäftsführerin des Modeladens „Stella“ in der Wilhelmsstraße. Derzeit sei das Weihnachtsgeschäft allerdings noch verhalten. Durch die Poller für den Weihnachtsmarkt seinen die Geschäfte in der Wilhelmsstraße ein wenig abgeschnitten, sagt Lanz.

Tierprint ist angesagt: Bianca Treske (links) und Jessica Sipp verkaufen bei „Stella“ Jacken und Kleider im Leoparden- oder Schlangenlook.

Natürlich werde auch Kleidung zu Weihnachten verschenkt, zum Beispiel hochwertige Mäntel. Der letzte Schrei aus New York sei allerdings Kleidung im Tierprint. Jacke, Hose, Kleid im Leoparden- oder Schlangenmuster. Das kann etwas Wildheit und Abwechslung unter den Christbaum bringen.

Uhrmachermeister und Juwelier Werner Siebeneicher, der sein Geschäft an der Ecke Wilhelmsstraße/Obere Königsstraße hat, macht die Erfahrung, dass sich die Menschen wieder verstärkt auf „langlebige Werte und begreifbare Technik“ besinnen. Hochwertige mechanische Uhren des Herstellers Sinn, die zwischen 900 und 4000 Euro kosten, würden im Weihnachtsgeschäft verstärkt nachgefragt. Ebenso handgearbeiteter Schmuck, der sich von der Massenware absetze, sagt Siebeneicher. Das diesjährige Weihnachtsgeschäft laufe noch besser als im Vorjahr.

Langlebige Werte sind gefragt: Werner Siebeneicher mit einer Uhr des Herstellers Sinn.

Das entspricht auch der Einschätzung von Martin Schüller, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbands Nordhessen. „Wir haben eine historisch niedrige Arbeitslosenquote. Da kann man ein gutes Weihnachtsgeschäft erwarten.“ Das wirtschaftliche Umfeld stimme auch in Nordhessen. „Es gibt keine dunklen Wolken bei VW, wie die jüngste Betriebsversammlung gezeigt hat.“

Von Ulrike Pflueger-Scherb 

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