Kaufhof-Chefin: Geschenke keine Frage des Geldes

Heute gibt’s Einkaufsstress

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Auf der Oberen Königsstraße waren Felix Stackebrandt und Linda Marställer am Freitag bereits auf Geschenkesuche.

Kassel. Wer am heutigen Samstag als Verkaufspersonal in den großen Häusern und Galerien von Kassels Innenstadt arbeitet, hat einen stressigen Tag vor sich: Der 3. Adventssamstag ist erfahrungsgemäß der umsatzstärkste im Weihnachtsgeschäft.

An Geschenken wird dieses Jahr nicht gespart: Laut den Konsumforschern von der GfK will der Durchschnittskonsument dafür 288 Euro ausgeben, drei Euro mehr als im Jahr zuvor.

Eine wachsende Lust am Schenken beobachtet auch Brigitte Kritzner, Vizevorsitzende der Kasseler City-Kaufleute und Geschäftsführerin der Galeria Kaufhof. Dies habe aber weniger mit dem verfügbaren Budget zu tun:

Die Kunden seien offenbar häuslicher und familiärer orientiert als in früheren Jahren, sie würden mit mehr Überlegung auf Geschenkesuche gehen und sich viel Mühe bei der Auswahl machen. „Kaum jemand nimmt einfach irgendwas mit und rechnet damit, dass es später sowieso umgetauscht wird“, sagt die Kaufhof-Chefin. Entsprechend gestiegen sei die Nachfrage nach Beratung.

Andererseits seien aber auch Geschenkgutscheine stark gefragt, mit denen sich Beschenkte selbst einen Wunsch erfüllen können. „Davon verkaufen wir sehr viele“, sagt Brigitte Kritzner. Der allgemeine Trend zum Gutschein wird auch vom Handelsverband Hessen konstatiert. Fürs Weihnachtsgeschäft hat sich der Kaufhof durch die Einstellung von Aushilfen gerüstet.

Durch solche Kräfte werde derzeit die diensthabende Tagesbelegschaft des 250-Mitarbeiter-Kaufhauses um ein Viertel aufgestockt, sagt Kritzner. Bisher laufe das Weihnachtsgeschäft gut.

Zusätzlich zur Kundschaft aus dem Kasseler Umland kämen derzeit viele Weihnachtsmarktbesucher aus allen Teilen Deutschlands in den Kaufhof – „das hören wir an den Dialekten“. Der Kasseler Märchenweihnachtsmarkt sorge für einen „sehr guten Zulauf“ in der Innenstadt. Allerdings lasse das schneefreie, bislang recht milde Winterwetter noch Wünsche aus Einzelhandelssicht offen.

Bei wärmenden Kleidungsstücken und Schuhen sowie bei Wintersportartikeln könnten die Umsätze besser laufen, heißt es nicht nur im Kaufhof, sondern auch bei anderen Kasseler Geschäften mit entsprechenden Sortimenten. „Wir hoffen, dass sich das ab Januar besser entwickeln wird“, sagt Kaufhof-Chefin Kritzner.

Von Axel Schwarz

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