Umsätze im Einzelhandel wuchsen um 3 Prozent

Weihnachtsgeschäft spülte 8,4 Milliarden Euro in Hessens Ladenkassen

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Ungebrochene Kauflaune: Im Advent und zum Jahresende 2017 haben hessische Kunden mehr Geld in die Geschäfte getragen als im Vorjahreszeitraum. Bei den 3 Prozent Umsatzsteigerung des Einzelhandels sind allerdings auch die Online-Käufe eingerechnet.

Kassel. Die hessischen Einzelhändler haben im Weihnachtsgeschäft ihre Umsätze erneut gesteigert, obwohl es diesmal weniger Verkaufstage als im Advent 2016 gab.

Laut einer Umfragen-Prognose des Handelsverbandes Hessen landeten 8,4 Milliarden Euro in den Kassen der Geschäfte; das entspricht einem Plus von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Damit sei die ursprüngliche Erwartung von 3,5 Prozent Wachstum nicht ganz erreicht worden, hieß es am Freitag in Kassel. Als möglichen Grund nannte Regionalgeschäftsführer Martin Schüller das recht verhaltene Geschäft in der ersten Dezemberhälfte. Die beiden Wochen vor den Festtagen seien dann aber sehr gut gelaufen und bereits der November sei „superstark“ gewesen. „Insgesamt sind wir zufrieden“, bilanzierte Hessens Handelsverbands-Präsident Jochen Ruths (Friedberg).

Entscheidender Faktor fürs Wachstum im Weihnachtsgeschäft sei erneut der Online-Handel gewesen, dessen Umsätze gegenüber dem Vorjahr um 10 Prozent zugelegt hätten. Inwieweit die teils erheblichen Lieferschwierigkeiten von Paketdiensten im Advent möglicherweise kurz vor dem Fest die Geschenk-Umsätze im stationären Einzelhandel beflügelt haben, sei in den Zahlen des Handelsverbandes nicht nachvollziehbar.

Bei den Ladenbetreibern falle die Bilanz recht unterschiedlich aus. Je nach Standort sei das Geschäft zum Jahres-Endspurt unterschiedlich ausgefallen. Vor allem in Innenstadtlagen werde beklagt, dass der Kundenzustrom auch vor Weihnachten merklich nachlasse.

Immer mehr hessische Einzelhändler sind nach Angaben des Branchenverbandes allerdings mehrgleisig aktiv und bieten ihre Waren sowohl im Ladengeschäft als auch in eigenen Online-Shops oder auf Netz-Plattformen an. Bei solchen Kaufleuten sei die Zufriedenheit mit dem Weihnachtsgeschäft überdurchschnittlich hoch.

Dass der 24. Dezember ebenso wie Silvester diesmal auf einen Sonntag fiel, hat sich laut Martin Schüller vom Einzelhandelsverband Hessen-Nord je nach Branche unterschiedlich ausgewirkt: Die Zeit zum Geschenkekauf auf den letzten Drücker sei knapper gewesen, auch bei ihren Lebensmitteleinkäufen für die Festtage hätten die Konsumenten anders planen müssen. Bei Textilien und Schuhen hätten Kauflaune und günstiges Wetter dazu geführt, dass Anbieter dieser Branchen besser auf ihre Kosten gekommen seien als in Vorjahren, sagten Schüller und Ruths.

Im Gesamtjahr 2017 dürfte der hessische Einzelhandel 44,3 Milliarden Euro umgesetzt haben, schätzt der Verband. Das wäre ebenfalls eine Steigerung um 3 Prozent.

Der Ausblick aufs Geschäftsjahr 2018 fällt laut Handelspräsident Ruths weiterhin günstig aus: Die Lage am Arbeitsmarkt sei gut, die Zinsen seien weiterhin niedrig und die Menschen hätten tendenziell mehr Geld für Konsumausgaben in der Tasche. Auf dieser Basis geht der Verband davon aus, dass die Erlöse im hessischen Handel weiter steigen dürften – in einer Größenordnung von 2,5 bis 3 Prozent.

Der Handelsverband Hessen vertritt die Interessen von 7200 Mitgliedsunternehmen mit 17 000 Arbeitsstätten, in denen 160 000 Beschäftigte arbeiten. Sie erwirtschaften einen Jahresumsatz von 44 Milliarden Euro. Die landesweite Organisation ist untergliedert in einen südhessischen Teil sowie den Einzelhandelsverband Hessen-Nord mit rund 2300 Mitgliedsfirmen im Raum Kassel und Marburg.

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