Trotz Umsatzeinbußen sind Schausteller zufrieden

Kasseler Weihnachtsmarkt: Rutschpartie mit glimpflichem Ausgang

Zum Abschluss noch mal auf die Eisrutsche: (von vorne) Lanea (5) und ihre Schwester Maja (8) aus Edermünde genossen gestern Mittag die Partie.
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Zum Abschluss noch mal auf die Eisrutsche: (von vorne) Lanea (5) und ihre Schwester Maja (8) aus Edermünde genossen gestern Mittag die Partie.

Nach sechs Wochen ist der Kasseler Märchenweihnachtsmarkt am Donnerstag zu Ende gegangen. Kassel Marketing und Schausteller ziehen Bilanz.

Kassel - „Wir sind stolz, dass wir in Kassel waren und bis zum Schluss durchgehalten haben, sagt Konrad Ruppert am Donnerstagmittag. Der Vorsitzende des Schaustellerverbands hatte seinen Glühweinstand auf dem diesjährigen Märchenweihnachtsmarkt wieder im Märchenwald neben dem Kaufhaus Sinn. Vier Tage vor Weihnachten und zwischen den Jahren habe das Geschäft noch mal gut angezogen, sagt Ruppert.

Nichtsdestotrotz sei der Umsatz um die Hälfte geringer als 2019 ausgefallen, wo der Markt noch unter normalen Bedingungen stattfinden konnte. Die Besucher, die dennoch gekommen seien, darunter viele Stammgäste, hätten sich in dem 2G-Bereich, wo nur Geimpfte oder Genesene Zutritt hatten, sehr wohl gefühlt. Die Gäste seien sehr dankbar gewesen. „Das hat uns unheimlich motiviert“, sagt Ruppert.

Weihnachtsmarkt in Kassel zu Ende - keine Angabe zur Besucherzahl

Wie viele Besucher genau auf den Weihnachtsmarkt unter Corona-Bedingungen gekommen sind, darüber macht Kassel Marketing keine Angaben. Gestern sprach man von Tausenden von Besuchern, die trotz der anhaltenden Pandemiesituation die Gelegenheit für einen gemütlichen Bummel über den Markt nutzten. Durch ihr verantwortungsvolles Verhalten hätten die Besucher für einen reibungslosen Ablauf und die Einhaltung der geltenden Hygiene- und Infektionsschutzregeln gesorgt. Im Jahr 2019 waren mehr als 2,1 Millionen Besucher auf dem Märchenweihnachtsmarkt unterwegs.

Auch Oberbürgermeister Christian Geselle bedankt sich bei allen Besuchern dafür, dass sie durch ihr umsichtiges Verhalten zum Gelingen des Märchenweihnachtsmarkts in den vergangenen sechs Wochen beigetragen hätten.

Weihnachtsmarkt in Kassel - Bilanz fällt durchwachsen aus

„Für uns war es ein Nervenkrieg“, sagt Schausteller Ingo Beinhorn, der an der Weihnachtspyramide auf dem Königsplatz Glühwein und verschiedene Bratwurstspezialitäten verkauft hat. „Wir wussten ja nie, ob es weitergeht.“ Beim Glühweinverkauf habe er etwa ein Drittel des Umsatzes von 2019 gemacht, beim Imbiss etwa 50 Prozent weniger. „Ob ich viel Geld verdient habe, wage ich zu bezweifeln“, sagt Beinhorn. Er sei dennoch der Stadt Kassel sehr dankbar dafür, dass der Markt überhaupt habe stattfinden können. Das sei auch für sein Personal wichtig gewesen. Zudem komme ja Kassel Marketing den Schaustellern auch damit entgegen, dass die Standgebühr in diesem Jahr um zehn Prozent gesenkt werde.

Das bestätigt Andrea Behrens, die für die Organisation des Marktes verantwortlich ist. Auch wenn die Gastronomiebetriebe Einbußen hinzunehmen hätten, sei hochwertiges Kunsthandwerk gut gelaufen, so Behrens. Maren Beyer, deren Vater auf dem Königsplatz das Käthe-Wohlfahrt-Haus betreibt, sagt, dass die Geschäfte nicht schlecht, aber auch nicht berauschend gewesen seien. „Die Touristen haben einfach gefehlt“, sagt Sebastian Ruppert, der die Eisrutsche auf der Treppenstraße betrieben hat. Er habe etwa ein Viertel Tickets weniger als 2018 und 2019 verkauft. Aber zumindest habe er kein Verlustgeschäft gemacht.

Sie sind sehr zufrieden: Line Umbach und Frank Marth haben erstmals den „Julemarked“ auf dem Florentiner Platz bespielt.

Richtig zufrieden sind hingegen Frank Marth und Line Umbach, die erstmals den Florentiner Platz mit ihrem „Julemarked“ bespielt haben. „Wir sind begeistert und überwältigt von der tollen Resonanz“, sagt Marth. Er würde sich freuen, wenn man im nächsten Jahr wieder dabei sein könne. „Unter anderen Umständen, ohne Pandemie.“ Die Zeichen stehen dafür gut. Laut Andrea Behrens ist bereits geplant, den Florentiner Platz auch im kommenden Jahr wieder in den Markt zu integrieren. (Ulrike Pflüger-Scherb)

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