Kein Hinweis auf politische Motivation

Kassel: Drohung gegen Weihnachtsmarkt - 30-Jähriger aus Duisburg festgenommen

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Das weihnachtliche Markttreiben war nicht beeinflusst: Der angekündigte Anschlag entpuppte sich schnell als leere Drohung - ein tatverdächtiger wurde festgenommen.

Fahndungserfolg nach der Anschlagsdrohung gegen den Kasseler Weihnachtsmarkt - ein Tatverdächtiger wurde festgenommen.

Update, 16.12.2019, 13.55 Uhr: Ein 30-jähriger Mann aus Duisburg (Nordrhein-Westfalen) wurde in der Nacht zum Sonntag vorläufig festgenommen. Er wird verdächtigt, am Samstag in den Sozialen Netzwerken mit einem Anschlag auf den Kasseler Weihnachtsmarkt gedroht zu haben.

Nach Angaben des Kasseler Polizeisprechers Matthias Mänz hatte sich am Samstagnachmittag ein Zeuge bei der Polizei in Nordrhein-Westfalen gemeldet, weil er in einem Sozialen Netzwerk auf eine Äußerung eines anderen Nutzers aufmerksam geworden war, bei der dieser eine Gewaltaktion auf dem Kasseler Weihnachtsmarkt angedeutet haben soll. 

Polizeipräsenz auf dem Weihnachtsmarkt wurde vorsorglich erhöht

Die Polizei aus Nordrhein-Westfalen informierte daraufhin das Polizeipräsidium Nordhessen. Sofort seien intensive Ermittlungen aufgenommen worden, um den Urheber dieser Äußerung zu identifizieren. „Wenngleich nach erster Bewertung die Ankündigung keinerlei Ernsthaftigkeit erkennen ließ, erhöhte die Kasseler Polizei zeitgleich vorsorglich die bereits bestehende Präsenz auf dem Weihnachtsmarkt“, so Mänz.

Tatverdächtiger wurde noch in der Nacht zu Sonntag ermittelt und festgenommen

Die Ermittlungen hätten dazu geführt, dass die Person, die im Internet die Drohung ausgesprochen haben soll, noch im Laufe der Nacht identifiziert und vorläufig festgenommen wurde. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Duisburg durchsuchten die Beamten zudem die Wohnung des 30-jährigen Mannes. Hinweise auf eine politische Motivation des Tatverdächtigen würden derzeit nicht vorliegen.

Verdächtige Gegenstände wurden nicht gefunden - Tatverdächtiger gab an, dass es ein Spaß war

Nach der Durchsuchung, bei der keine Gegenstände gefunden worden seien, die eine Ernsthaftigkeit der Andeutung in irgendeiner Form belegen würden, gehe die Kasseler Polizei weiterhin davon aus, dass von dem 30-Jährigen zu keiner Zeit eine ernst zu nehmende Gefahr für den Weihnachtsmarkt in Kassel ausging. Der Mann hat sich laut Mänz noch nicht zu den Vorwürfen geäußert, allerdings angedeutet, dass es sich um einen Spaß gehandelt haben soll. Welche Verbindungen der Duisburger zu Kassel hat, sei nicht bekannt.

Ermittlungen dauern an - 30-Jähriger muss sich verantworten

Der 30-Jährige muss sich nun wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten verantworten. Die weiteren Ermittlungen werden bei der Polizei und der Staatsanwaltschaft in Duisburg geführt. Das Polizeipräsidium Nordhessen prüft zudem, ob dem Mann die Kosten für den verursachten Polizeieinsatz in Rechnung gestellt werden.

Drohung hatte kaum Auswirkungen auf den Betrieb des Weihnachtsmarktes

Die Drohung und der Polizeieinsatz scheinen keine größeren Auswirkungen auf den Weihnachtsmarkt gehabt zu haben. Die Schausteller seien erst über die Drohung informiert worden, nachdem alles vorbei gewesen sei, sagt Konrad Ruppert, Sprecher des Schaustellerverbands. Er selbst habe von der erhöhten Polizeipräsenz auf dem Weihnachtsmarkt nichts mitbekommen. „Der Samstagabend war stark, was die Zahl der Besucher angeht.“

Weihnachtsmarkt Kassel: Polizeieinsatz nach Anschlagsdrohung

Erstmeldung, 15.12.2019, 14.57 Uhr: Nach Auskunft der Polizei wurde daraufhin die Polizeipräsenz auf dem Markt erhöht. „Wir nehmen so etwas immer sehr ernst. Eine Gefährdung konnte durch eine Prüfung aber schnell ausgeschlossen werden“, so ein Polizeisprecher. 

Es habe keinerlei Auswirkungen auf das Marktgeschehen gegeben. Das bunte Treiben auf dem beliebten Märchenweihnachtsmarkt in Kassel für den in diesem Jahr 2,2 Millionen Besucher prognostiziert* sind - ging ununterbrochen weiter.

Weihnachtsmarkt Kassel: Polizei hält sich zu Hintergründen der Drohung bedeckt

Zu den Hintergründen der Drohung und was genau der Unbekannte angedroht hatte, dazu wollte sich die Polizei wegen des laufenden Verfahrens gegen den Beschuldigten nicht äußern. 

Nähere Details wird die Polizei eventuell am Montag bekannt geben. In solchen Fällen werde wegen des Vortäuschens einer Straftat oder der Störung des öffentlichen Friedens ermittelt.

Allerdings ließen sich die Gäste auf dem Weihnachtsmarkt und in der gesamten Innenstadt davon nicht groß irritieren. Das Weihnachtsgeschäft brummte am dritten Adventswochenende* - die City-Kaufleute sind zufrieden. Auch am Montag nach der Drohung sind die Besucher entspannt und ohne Angst* auf dem Markt unterwegs.

*hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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